Radiogeschichten
Prosatexte von Hertha Kräftner
"Die Baumschneider" u.a. Prosatexte von Hertha Kräftner. Es liest Eva Mayer.
18. Juni 2026, 11:05
Hertha Kräftner, 1928-1951, wird bis heute in einem Atemzug mit Ingeborg Bachmann und Ilse Aichinger genannt. Die Wiener Literaturszene - rund um Hans Weigel im Cafe Raimund - war von ihrer Begabung fasziniert. Tod und Melancholie, Sehnsucht und Liebe, Depression und Trauer durchziehen ihr dichterisches Werk. Georg Trakl und Rainer Maria Rilke gelten als ihre Vorbilder. Kräftner wächst in Wien und Mattersburg auf, in jener düsteren Kriegs- und Nachkriegszeit, die Ideale mit Ideen, Propaganda mit Urteilskraft verwechselte. Die junge Frau muss den Selbstmord des Großvaters, eine Vergewaltigung und den gewaltsamen Tod des Vaters, für den sie sich mitschuldig fühlt, erleben. Mit 23 Jahren nimmt sie sich das Leben. Sie hinterlässt rund einhundert Gedichte, einen Romanentwurf, einige kurze Prosatexte und Tagebuchaufzeichnungen.
Eva Mayer liest drei Texte, die um den Jahreswechsel 1950/51 enstanden sind: "Die Baumschneider", die beklemmende, kafkaesk anmutende Erzählung "In der Hauptstadt" sowie die lyrische Betrachtung "In der Hafenstadt".
Service
Aus: Hertha Kräftner, "Kühle Sterne. Gedichte, Prosa, Briefe ", Wieser Verlag, 1997 / Suhrkamp TB, 2001
