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Ambiente Magazin:
Kultur im Südburgenland
Fest der Architektur - 100 Jahre Bauhaus in Dessau
Im erstgeborenen Land. Ingeborg Bachmanns Rom. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann

Kultur im Südburgenland

Eindrucksvoll thront die Burgruine Güssing über der Landschaft des Südburgenlands mit der gleichnamigen Stadt und dem Ramsargebiet Güssinger Fischteiche. In den Fischteichen findet man über 300 Pflanzenarten, seltene Fischarten, Muscheln, Schnecken aber auch Wassernuss und Teichmuschel. An den Teichen sind 244 Vogelarten nachgewiesen. Im Museum der Burg kann man eine spannende Zeitreise antreten und in die eindrucksvolle Vergangenheit eintauchen. Vor 25 Jahren initiierte der Schauspieler Frank Hofmann den Güssinger Kultursommer: Als Spielstätten für Theater, Musik und Literatur wählte er die Burgruine Güssing und das Freilichtmuseum Ensemble Gerersdorf. Seit Juli 2023 verantwortet der Kabarettist und zuagroasta" Wahlsüdburgenländer Andreas Vitásek das Programm des "Kultur Sommer Güssing". Kabarett, Kleinkunst und Literatur sind nun die Schwerpunkte des Festivals von 12. Juli bis 19. September. Julia Reuter hat sich in Güssing & Umgebung für Ambiente umgesehen.

Fest der Architektur - 100 Jahre Bauhaus in Dessau

Das Bauhaus gilt heute als eine der bedeutendsten Architektur- und Designschulen der Moderne. Gleichermaßen formschöne wie zweckmäßige Gebrauchsgegenstände, würfelförmige Wohnbauten in Weiß und ohne Schnörkel - das sind die Markenzeichen der Bewegung. Aus der Taufe gehoben wurde das Bauhaus bereits 1919 in Weimar in Thüringen. Walter Gropius, der Gründungsdirektor, wollte Handwerk und Technik, Kunst und Architektur unter einen Hut bringen - und mit seiner Schule und einem neuen Denken einen Beitrag für eine humanere Gesellschaft nach dem mörderischen Weltkrieg leisten. Doch die Weimarer drehten dem Bauhaus 1925 den Geldhahn zu - zu avantgardistisch erschien ihnen das Programm und zu locker die Sitten an der Hochschule. Dessau, etwa 120 Kilometer südwestlich von Berlin, sprang gerne in die Bresche. In der sozialliberal regierten Stadt an der Elbe erlebte das Bauhaus seine Blütezeit, wie Stefan Spath auf einem Architekturspaziergang erfuhr.

Im erstgeborenen Land. Ingeborg Bachmanns Rom. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann

Italien wählte die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann zu ihrem "erstgeborenen Land". Sie lebte und schrieb in Rom, in Neapel und auf Ischia. Zwanzig Jahre lang fühlte sich die brillante Intellektuelle, die wie Heinrich Böll festhielt: "Poesie voller Sinnlichkeit und Abstraktion zu schreiben vermochte" mit Italien verbunden. Anlässlich des Umzugs der Bachmann nach Rom titelte im Jahr 1954 "Der Spiegel": "Neue Römische Elegien" und stellte die Dichterin programmatisch an die Seite von Johann Wolfgang von Goethe, des Schöpfers der in Rom beheimateten deutschsprachigen Lustgedichte.
Acht Wohnungen sind Bachmann-Häuser in Rom. Räume wurden zur Heimat des Geistes in Rom, in der Via Giulia 66 und in der Via Bocca di Leone. Jene Wohnung, in der die Bachmann drei Jahre lang mit Max Frisch zusammen lebte, wurde auf vielsagende Weise gefunden; "Wir sitzen vor einem römischen Makler, der die Wohnung einer Baronesse vermietet und zu verstehen gibt, die Baronessa könnte als Mieter einen amerikanischen Diplomaten vielleicht vorziehen, Dottore, sagt sie - entgeistert wie eine Königstochter, die nicht erkannt worden ist - und zögert, senta, sagt sie, siamo scrittori (hören Sie, wir sind Schriftsteller), und wir bekommen die Wohnung; Terrasse mit Blick über Rom." Eine Reportage aus den Jahr 2013 von Christina Höfferer.

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