Spielräume

Das Gegenteil von Heavy Metal?

Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa. Von durchgeknallten Brüsten, schwebenden Böden und leichtem Schwermetall

Eigentlich stammen sie aus Neapel, aber ihre Band Driving Mrs. Satan haben sie 2012 in London gegründet. Der Satan im Bandnamen weist auf ihre Spezialität hin: Sie interpretieren Heavy-Metal-Klassiker auf akustische, sanfte Weise neu. Im Zentrum steht dabei die zarte, aber bestimmte Stimme von Claudia Sorvillo. Die Intensität entsteht hier aus den Worten und ihrer Interpretation, nicht aus der Lautstärke.

Nach zehnjähriger Album-Abstinenz meldet sich Driving Mrs. Satan zurück mit "Late Ever After", das programmatisch mit der Neuinterpretation von "Breaking All the Rules" von Ozzy Osbourne beginnt und nachdenklich endet mit dem Cover "Only the Good Die Young" von Iron Maiden. Einerseits wirkt die Band insgesamt gereift, andererseits ist sie ihrem unverwechselbaren Sound treu geblieben.

Dazu passt das schwebende Fundament auf dem This is How we Fly musiziert. Die vier Musiker kommen aus Irland, Schweden und den USA. Gegründet hat sich die Gruppe im Jahr 2010 in Dublin. Sie spielen innovativen zeitgenössischen Folk auf so eigene, wunderbar versponnene, poetische Art und Weise, dass sie eine Art Schwerelosigkeit erzeugen. Ein perfekter Auftakt für die 30. Ausgabe des Festivals "Glatt & Verkehrt" am 10. Juli im Klangraum Krems Minoritenkirche.

Last but not least stellt sich ein neues deutsch-französisches Kollektiv vor: Les Nénés déjantés und das heißt so viel wie - pardon - "Die durchgeknallten Titten". Den Kern des Kollektivs bilden die Musikerin, Komponistin, Texterin, Performerin und Clownin Beate Wein und die Clownin Yaëlle Dorison. Doch das Album erscheint erst im Herbst. Ein einziges Lied geben die beiden jetzt schon preis und das handelt - wen wundert's? - von ihren Brüsten: "Mes nénés" - eine Ode an den Busen.

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