Vorgestellt
Laute aus Frankreich, Madrigal aus Italien
Eduardo Egüez präsentiert eine geschmackvolle Genealogie französischer Lautenmusik. Das Ensemble Comet Musicke lädt zu einem gesanglichen Lokalaugenschein ins südliche Italien.
26. Juni 2026, 11:30
Philipp Franz Le Sage de Richée - ein Name, der selbst unter Lautenisten kaum bekannt ist. Gerade deshalb rückt ihn Eduardo Egüez ins Zentrum seines neuen Albums "Cabinet des Délices - French Lute Music of the 17th Century". Der gebürtige Argentinier präsentiert darauf nicht nur Genüssliches der alten Lautenmeister Mouton, Dufaut und Gautier. Vor allem zeichnet er nach, wie deren kompositorischen Neuerungen im Werk des jüngeren Le Sage de Richée zusammenfließen und die Laute im Laufe des 17. Jahrhunderts zu einem ihrer künstlerischen Höhepunkte führte: durch ausdrucksstarke Eloquenz, deklamatorische Raffinesse und formale Eleganz.
Mit dem konkreten gesanglichen Umgang von Texten wiederum war einst Pomponio Nenna beschäftigt. Geboren 1556 in Bari, nahm Nennas Karriere später in Neapel ihren Lauf. Dort stand er in einem anregenden künstlerischen Wettbewerb mit Carlo Gesualdo, der zur Entwicklung seines Madrigalstils beitrug. Die ersten fünfstimmigen Vokalwerke von Nenna hat das Ensemble Comet Musicke nun aufgenommen und unter dem schlichten Albumtitel "Pomponio Nenna. Il primo libro de madrigali" veröffentlicht. Ergänzt werden die Madrigale durch instrumentale Delikatessen: Bearbeitungen von Werken lokaler Zeitgenossen Nennas für Gambenconsort.
Service
Aktuelle Aufnahmen:
"Pomponio Nenna. Il primo libro de madrigali"
Mit Musik von Pomponio Nenna, Giovanni de Macque und Giovanni Maria Trabaci
Ausführende: Comet Musicke
Label: Ricercar
"Cabinet des Délices - French Lute Music of the 17th Century"
Mit Musik von Mouton, Dufaut, Gautier, Losinthal, Le Sage de Richée
Ausführende: Eduardo Egüez (Laute)
Label: Note One
Sendereihe
Gestaltung
- Marie-Theres Himmler
