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Betrifft: Geschichte
Wenn weiße Mauern sprechen könnten
Die Geschichte des Weißen Hauses. Gestaltung: Barbara Volfing
1. Juli 2026, 15:55
Nach der Unabhängigkeit von Großbritannien sucht die junge Republik der Vereinigten Staaten von Amerika nach einer eigenen architektonischen Sprache und nach einer Form von Macht, die republikanisch wirken soll, ohne auf die Symbolik europäischer Herrscherpaläste zu verzichten. Der in Irland geborene Architekt James Hoban entwirft 1792 ein Gebäude im neoklassizistischen Stil: streng symmetrisch, repräsentativ, aber vergleichsweise zurückhaltend - das Weiße Haus. Errichtet wird der Sitz des US-amerikanischen Präsidenten vor allem von versklavten Afroamerikanern, die gemeinsam mit eingewanderten europäischen Handwerkern und freien Arbeitern am Bau des Gebäudes beteiligt sind. Es ist ein historischer Widerspruch, der bis heute zur Geschichte des Weißen Hauses gehört. Im Jahr 1800, als John Adams, der zweite Präsident der USA dort einzieht, ist das Haus noch unvollendet. Und schon vierzehn Jahre später setzen britische Truppen das Gebäude während des sogenannten "Krieges von 1812" in Brand. Durch den Wiederaufbau wird das Weiße Haus zu einem Symbol nationaler Widerstandsfähigkeit. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wandelt sich das Gebäude mit dem Aufstieg der USA zur Weltmacht. Theodore Roosevelt lässt 1902 den West Wing errichten, der die Amtsgeschäfte erstmals räumlich vom Wohnbereich trennt. 1909 ergänzt sein Nachfolger William Howard Taft das berühmte Oval Office. Spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg wird das Weiße Haus zur global bekannten Bühne der Diplomatie und Medienpolitik - und verliert dabei zunehmend den Charakter eines offenen Regierungshauses.
Die aktuelle Reihe führt durch die Entstehungsgeschichte des Weißen Hauses und zeigt: es geht um mehr als "reine" Architektur. Es ist auch die Geschichte der Entwicklung der Vereinigten Staaten selbst von einer jungen Republik hin zur globalen Supermacht.
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Gestaltung
- Barbara Volfing
