Stimmen hören

Ungleiche Zeitgenossen der "giovane scuola"

Giacomo Puccini und Alberto Franchetti

Puccini und Franchetti: Fast Jahrgangskollegen, beide Komponisten, denen zugetraut wurde, Italien in die Opern-Zukunft zu führen, beide fanatische Automobilisten und Erotomanen. Aber während Giacomo Puccini 2026 auf den Opernbühnen international ein Fixstarter ist, um nicht das Wort "cashcow" zu bemühen, prallt bei Alberto Franchetti ein Versuch nach dem anderen, ihn nachhaltig der Vergessenheit zu entreißen, an der Theaterrealität ab. (Letzte auch medial verwertete Großtat: die Wiederaufführung von "Germania", eines mit dem Namen des Tenors Enrico Caruso verknüpften Werkes, an der Deutschen Oper Berlin.) War die Musik des aus reichster Familie stammenden, mehr "zum Vergnügen" schaffenden (damit Puccinis Neid nährenden) Wagner-Verehrers am Ende zu zeitgebunden, zu vage im Stilistischen? Zum Opern-Allgemeinwissen gehört, dass "Tosca" ursprünglich von Alberto Franchetti hätte geschrieben werden sollen. Auch der alte Giuseppe Verdi zog Franchetti Giacomo Puccini vor: Verdis Votum sicherte Franchetti den prestigereichen Auftrag zu "Cristoforo Colombo"; er machte daraus einen noblen "grand-opera"-Nachzügler auf Meyerbeers Spuren. "Verismo" war seine Sache nicht.

Sendereihe

Gestaltung

  • Chris Tina Tengel