Das Ö1 Konzert
Pied Piper - Der vielfärbige Pfeiffer
Erinnerungen an einen Ausnahmemusiker
6. Juli 2026, 14:05
Fünfzig Jahre sind es schon her: Im Frühsommer vor einem halben Jahrhundert verstarb unter tragischen Umständen eine der bedeutsamsten und schillerndsten Figuren der damaligen britischen Musikszene. Am 15. Mai 1976 schied das Multitalent David Munrow durch Suizid aus dem Leben.
Nach ersten musikalischen Erfahrungen als Sänger, Pianist und Fagottist sowie nach einem Studium an der Universität Cambridge begann der 1942 geborene Künstler mit eigenen Forschungen zu historischen und ethnischen Holzblasinstrumenten. Das Blockflötenspiel war für ihn von besonderer Bedeutung; innerhalb weniger Jahre hatte er sich zu einem der führenden Virtuosen auf diesem Instrument entwickelt. Als junger Mann gründete er zusammen mit seinem Studienkollegen Christopher Hogwood und seiner zukünftigen Frau Gillian Reid ein Kammermusiktrio; es war aber die Gründung des Early Music Consort of London im Jahre 1967, die es Munrow ermöglichte, das Interesse an der Musik des Mittelalters und der Renaissance beim britischen Publikum zu wecken.
Während seiner relativ kurzen Karriere sind über 50 Schallplattenaufnahmen David Munrows erschienen. Neben seiner Aufnahme- und Konzerttätigkeit war er als Gestalter und Präsentator von Rundfunksendungen bekannt, außerdem schuf er den Soundtrack für zwei preisgekrönte Fernsehserien und zwei Kinoproduktionen.
1977, ein Jahr nach seinem Tod, wurde Munrow von zwei wichtigen US-Amerikanischen Organisationen geehrt: die National Academy of Recording Arts & Sciences verlieh ihm posthum einen Grammy in der Kategorie "beste Kammermusik-Darbietung", und eine Aufnahme des Early Music Consort of London wurde als Bestandteil der "Voyager Golden Records" ausgewählt, die mit den Raumsonden Voyager 1 und 2 von der NASA ins Weltall geschickt wurden. Somit gehört eine Aufnahme Munrows zu den am weitesten verbreiteten Kulturgütern der Menschheit.
Die Überschrift zum heutigen Ö1 Konzert, gewidmet David Munrow, geht auf eine vom Hörfunkprogramm BBC Radio 3 gebrachte, gleichnamige Sendereihe zurück, von der der Künstler zwischen 1971 und 1976 über 650 Episoden gestaltete und moderierte
Sendereihe
Gestaltung
- Jörg Duit
