JANA MADZIGON
Ö1 Essay
"Ausstiegshilfe" für linke AntisemitInnen
"Vom Antisemitismus, der keiner sein will" von Richard Schuberth
10. Juli 2026, 11:05
"Niemand will heutzutage als Antisemit gelten. Am wenigsten die Antisemiten", schreibt der Wiener Essayist und Schriftsteller Richard Schuberth in seinem neuen Buch. Darin beschäftigt er sich mit Antisemitismus unter dem Deckmantel der "Israelkritik". Der Antisemitismus hätte nämlich "seine Gestalt gewechselt und wäre von den Rechten zu den Gerechten übergelaufen, wo er, ständig das Lachen über den gelungenen Coup unterdrückend, die Palästinaflagge schwenkt."
Richard Schuberth geht in 39 Essays der verschwörungserzählerischen "Kraft" des Hasses auf Juden und Jüdinnen nach, der sich seit dem 7. Oktober 2023 vervielfacht hat und als Antizionismus salonfähig geworden ist. Auf ihn könnten sich die VertreterInnen der unterschiedlichsten Gruppen verständigen, schreibt Schuberth: "Egal ob linke Antikapitalistin, rechter Antikommunist, Queerfeministin, Islamist, fanatischer Nationalist, postmodernder Antinationalist, weißer Suprematist oder schwarzer Antirassist". Sein Buch "Vom Antisemitismus, der keiner sein will" versteht er als "Ausstiegshilfe aus der Sackgasse falschen Linksseins".
Service
Richard Schuberth "Vom Antisemitismus, der keiner sein will", Edition Tiamat
Sendereihe
Gestaltung
- Natasa Konopitzky
