Abstraktion in Blau und Rot

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Blaue Stunde

Arktische Klanglandschaft

"Longyearbyen: Leben am Rande von Industrie und Wildnis". Von James Welburn - Prix Palma Ars Acustica 2026 (Teil 3)

Zum internationalen Radiokunst-Wettbewerb Prix Palma Ars Acustica hat Ö1 diese Produktion aus dem Jahr 2025 eingereicht:

"Ich musste durch die gespenstische Einöde alter Bergbaumaschinen wandern und mich vor uralten Bergen klein fühlen. Ich spürte, wie der arktische Wind meinen Körper durchwehte, während er die verlassenen Industriemaschinen rasseln und scheppern ließ. Ich hörte das Bellen entfernter Hunde durch den Nebel. Ich hörte Schneemobile durch das Tal hallen, während das Knirschen des Eises unter meinen Füßen einen Rhythmus mit den Spikes und Ketten meiner Stiefel bildete. Erst dann konnte ich Musik und Klänge schaffen, die auf die Landschaft reagierten."

Das schreibt James Welburn über seine Eindrücke von einem der nördlichsten Orte der Welt: Longyearbyen auf Spitzbergen, einer Inselgruppe in der Arktis. Als ehemalige Bergbausiedlung vereint dieser eigentümliche Ort Industrieruinen, Wetterextreme, Landschaftswunder und mittlerweile auch Massentourismus.

James Welburn ist britischer Musiker, Soundkünstler und Filmtonmeister - nach einigen Jahren in Berlin, lebt er nun in Oslo. An der Fernsehschule der Universität Inlandnorwegen unterrichtet er Ton im Dokumentarfilm. Dreimal hatte er Gelegenheit, Longyearbean als Artist in Residence zu bereisen. Für ihn prägende akustische Eindrücke hat er zu einer fast einstündigen Soundscape-Komposition verarbeitet: "Longyearbyen: Leben am Rande von Industrie und Wildnis".

Die Aufnahmen umfassen sowohl natürliche als auch vom Menschen verursachte Geräusche - wie Wind, Wasser, Maschinen und alltägliche Aktivitäten -, die das Zusammenspiel von Natur und Industrie dokumentieren. Sie spiegeln auch die größeren Kräfte wider, die in Spitzbergen wirken: Wind und Wetter, industrielle Aktivitäten und die Umweltveränderungen, die die Arktis heute prägen.

Erstsendung: Ö1 Kunst zum Hören, 18.9.2025

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Seit 2013 wird der Prix Palma Ars Acustica (PAA) als ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben, der von der Ars Acustica Gruppe der Europäischen Rundfunk Union organisiert wird. Herausragende Radiokunstproduktionen werden gefördert: Radiokunst, Klangkunst, Medienkunst, Text-Klang-Kompositionen, elektroakustische Musik, Live-Electronica, etc. - für all diese Sparten ist der Wettbewerb offen. Eingereicht werden Stücke von den Mitgliedern der Ars Acustica, also Radiokunst-Redaktionen öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten in ganz Europa. Das Gewinnerstück wird von den teilnehmenden Radioprogrammen gesendet und erfährt somit eine weite Verbreitung in Europa.

Service

James Welburn

Sendereihe

Gestaltung

  • Anna Soucek