Frau hält sich den Kopf

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Punkt eins

Hitze und Psyche

Aggression, Depressionen, Angststörungen: Wie sich Hitzewellen auf die psychische Gesundheit auswirken. Gäste: Dr.in Katharina Dinhof, Abteilungen Klimaresilienz und One Health und Psychosoziale Gesundheit der Gesundheit Österreich GmbH; Prim. Dr. Christian Korbel, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (ÖGPP), Ärztlicher Direktor im Landesklinikum Mauer. Moderation: Marina Wetzlmaier. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at

Auch wenn die vergangenen Tage eine Verschnaufpause von der Hitze brachten - die heißen Wetterphasen werden häufiger, länger und intensiver. Damit steigt auch die Zahl an psychiatrischen Behandlungen. Mit der Dauer der Hitzetage stelle man sich auf mehr Noteinweisungen ein, sagt Christian Korbel, Ärztlicher Direktor im Landesklinikum Mauer und Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (ÖGPP). Lange Hitzeperioden versetzen Körper und Psyche in Stress, die Zahl der aggressiven Zwischenfälle steigt, gleichzeitig drückt die Hitze auf die Stimmung. Menschen schlafen schlechter, sind erschöpft, Konzentration und Leistungsfähigkeit sinken. Langanhaltende hitzebedingte Belastungen können Erkrankungen auslösen oder verstärken, darunter Angststörungen und Depressionen. Laut Christian Korbel sei der Sommer sogar gefährlicher für die Psyche, als die dunklen Wintertage.

Menschen mit Vorerkrankungen sind besonders betroffen. Medikamente wie Antidepressiva und Beruhigungsmittel wirken bei Hitze anders. Psychische Erkrankungen erhöhen außerdem das Risiko für hitzebedingte Todesfälle, gerade bei Menschen, die sich nicht selbstständig und effektiv vor Hitze schützen können. Dazu gehören Patient:innen mit Suchterkrankungen und Demenzen. Die ÖGPP fordert gerade in Hinblick auf vulnerable Gruppen, dass der Schutz der psychischen Gesundheit in Hitze-Aktionsplänen berücksichtigt wird.

Neben der direkten Hitzefolgen beeinflussen auch Unsicherheiten über die Zukunft und Sorgen in Bezug auf Umweltveränderungen das seelische Wohlbefinden. Katharina Dinhof von der Gesundheit Österreich GmbH beschäftigt sich u.a. mit den Zusammenhängen zwischen Klimawandel und psychosozialer Gesundheit, sowie mit Maßnahmen, die das Wohlbefinden steigern können.

Wie wirkt sich Hitze auf unsere Psyche aus? Was kann man im Alltag für das eigene Wohlbefinden tun? Wie können vulnerable Gruppen besser geschützt werden? Welche Herausforderungen bringen Hitzewellen für die psychiatrische Versorgung? Darüber diskutieren Katharina Dinhof und Christian Korbel als Gäste bei Marina Wetzlmaier.

Hörerinnen und Hörer sind eingeladen sich an der Diskussion zu beteiligen: Wie geht es Ihnen an heißen Tagen? Wie schützen Sie sich? Rufen Sie in der Sendung an unter 0800 22 69 79 oder schreiben Sie ein E-Mail an punkteins(at)orf.at.

Service

Hitzetelefon (kostenlos und österreichweit): 0800 880 800

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