Ö1 Hörspiel
"Wildwuchs und Methode" von Stefanie Brottrager
Sprachbilder von unten - Stefanie Brottragers literarisierter Aufenthalt in der Kulturhauptstadt 2019, Matera
25. Juli 2026, 14:00
"Die Bosheit streicheln" - Stefanie Brottrager öffnet in ihrem Text "Wildwuchs und Methode" Schleusen für Sinn und Empfindung. Sie hat im Kulturhauptstadtjahr 2019 einige Zeit in der süditalienischen Stadt Matera verbracht, berühmt für ihre in Tuffstein gehauenen Höhlenwohnungen namens Sassi.
Im fließenden Wechsel der sprachlichen Ausdrucksformen stellt sich Brottragers Wirklichkeit mit jedem Satz - mehrfach - neu dar. Impressionen der Stadt verwandeln sich, oft über synästhetische Wege, nichts bleibt, wie es - vermeintlich - ist. "Kein Bild hält irgendeiner Überprüfung stand, Bilder sind unkontrollierbar (die guten). Blätter werden dem Sommersonnenlicht ausgesetzt und leben gut damit in verarbeiteter Form." Während der Wildwuchs mitunter methodische Züge annimmt, überlässt Brottrager, die Sprachkunst studiert hat, ihre Methoden dem wilden Wuchs ständig neuer Eindrücke und Darstellungsformen. In einer dem Realismus entwachsenden Klangwelt bewegt sich in diesem Hörspiel Maya Unger durch Brottragers Matera.
Das Stück basiert auf einer Hörspielfassung von "Wildwuchs und Methode / Macchia e metodo: Sprachbilder von unten / Immagini linguistiche dal basso", erschienen 2021 bei De Gruyter. Regie: Philip Scheiner
Service
Stefanie Brottrager, "Wildwuchs und Methode / Macchia e metodo: Sprachbilder von unten / Immagini linguistiche dal basso", Edition Angewandte, De Gruyter 2021
Sendereihe
Gestaltung
- Elisabeth Weilenmann
