Eleonore Frankl

WOLFGANG BLEDL

Lebenskunst - Begegnungen am Sonntagmorgen

Von Salomo bis Shiva - Begegnungen mit religiösen Welten

"Weise kann werden, wer zu hören versteht" - Aspekte der Bibel +++ Elly und Viktor Frankl - Die Geschichte einer Liebe +++ Das jüdische Burgenland - Erinnerung an ein verlorenes Zentrum +++ Iconic: Die Götterwelt der Hindu-Traditionen - zwischen Mythos und Popkultur

"Weise kann werden, wer zu hören versteht" - Aspekte der Bibel
(1 Kön 3,5-12)

Bis heute werden besonders weise Entscheidungen salomonisch genannt. Der Begriff geht auf den biblischen König Salomo zurück, den Sohn König Davids, der als besonders weise galt. In der Erzählung aus dem Ersten Buch der Könige im Alten oder auch Ersten Testament gibt der Gott der Bibel dem jungen König Salomo einen Wunsch frei. Salomo wünscht sich ein "hörendes Herz", damit er sein Volk weise führe. Das Herz, so der katholische Theologe und Religionspädagoge Martin Jäggle, stehe für den ganzen Menschen, Salomos Herzenswunsch sei die Bitte "um das Wesentliche fürs Menschsein", denn "nach ägyptischer und auch biblischer Weisheitslehre kann weise nur werden, wer zu hören versteht".


Elly und Viktor Frankl - Die Geschichte einer Liebe

"Sie war die Wärme, die das Licht begleitet." Mit diesen Worten beschrieb der US-amerikanische jüdische Philosoph Jacob Needleman die außergewöhnliche Beziehung zwischen Viktor Frankl und seiner Frau Eleonore, genannt Elly. Während Viktor Frankl als Neurologe und Begründer der Logotherapie weltberühmt wurde, war Elly Frankl weit mehr als seine Ehefrau: Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin, engste Vertraute und, wie Frankl selbst sagte, seine "bessere Hälfte". Kennengelernt haben sich die beiden 1945, als Viktor Frankl nach den Konzentrationslagern nach Wien zurückkehrte und seine Arbeit an der Wiener Polyklinik wieder aufnahm. Mit seinem Buch "Trotzdem Ja zum Leben sagen" wurde er schon kurz darauf international bekannt. 1947 heirateten Elly und Viktor Frankl. Gemeinsam prägten sie über fünf Jahrzehnte die Entwicklung und weltweite Verbreitung der Logotherapie. Für ihren maßgeblichen Beitrag wurde Elly Frankl mit zwei Ehrendoktoraten ausgezeichnet.

Auch nach Viktor Frankls Tod 1997 blieb sie eine wichtige Ansprechpartnerin für Wissenschaft, Studierende und Institutionen, die sein Werk weitertrugen. Am 10. Juni dieses Jahres ist Elly Frankl im Alter von 100 Jahren gestorben. Für die Ö1-Reihe Menschenbilder hat Maria Harmer Elly Frankl vor einigen Jahren ausführlich interviewt. Aus diesem bewegenden Archivmaterial ist ein persönliches Porträt über eine große Liebe entstanden - und über eine Frau, ohne die das Lebenswerk Viktor Frankls kaum denkbar gewesen wäre.


Das jüdische Burgenland - Erinnerung an ein verlorenes Zentrum

Noch im 18. Jahrhundert gehörte das heutige Burgenland zu den bedeutendsten jüdischen Zentren Mitteleuropas. Unter dem Schutz der Adelsfamilien Esterházy und Batthyány entstanden blühende jüdische Gemeinden zwischen Eisenstadt und Güssing, die das religiöse, kulturelle und wirtschaftliche Leben der Region nachhaltig prägten. An diese außergewöhnliche Epoche erinnert die Journalistin und langjährige Kurier-Redakteurin Margaretha Kopeinig in ihrem neuen Buch. Sie zeichnet die Geschichte jener Gemeinden nach, deren reiches Leben mit der Shoah nahezu ausgelöscht wurde, und macht ein bedeutendes Kapitel österreichischer Geschichte wieder sichtbar. Günter Kaindlstorfer hat mit Margaretha Kopeinig über das "Goldene Zeitalter" des jüdischen Burgenlands, seine prägenden Persönlichkeiten und die Bedeutung dieser Erinnerung für die Gegenwart gesprochen.


Iconic: Die Götterwelt der Hindu-Traditionen - zwischen Mythos und Popkultur

Hanuman mit seiner übermenschlichen Kraft, Kali als Göttin von Tod und Zerstörung oder Shiva, der mit einem einzigen Blick das Böse vernichtet: Die faszinierende Bilderwelt der Hindu-Traditionen hat längst ihren Weg in die Popkultur gefunden. Bollywood-Filme, Comics und Videospiele greifen ihre Geschichten und Figuren auf - oft als moderne Superhelden inszeniert. Doch wo verläuft die Grenze zwischen kreativer Inspiration und respektloser Aneignung? Und warum sorgt ein Ganesha-Motiv auf Unterwäsche für Empörung?
In der Reihe "Iconic" erklärt die Religionswissenschaftlerin Katharina Liemacher, weshalb die Götterwelt der Hindu-Traditionen weit über religiöse Kontexte hinauswirkt und bis heute Kunst, Medien und Alltagskultur prägt. Ein Beitrag von Lukas Wagner.

Service

Margaretha Kopeinig, "Jüdisches Burgenland - Begegnungen mit einer zerstörten Kultur", Czernin-Verlag

Aspekte der Bibel

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Gestaltung