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100 Songs: Geschichte wird gemacht (4)

Ennio Morricone - The Good The Bad and The Ugly (Italien, 1966)

Die drei Hauptfiguren im Italo-Western "The Good, The Bad and The Ugly" sind brutal und unmoralisch. Mitten in der aschgrauen Einöde von Texas hintergehen sie einander; und das Einzige, was zählt, ist die Akkumulation von Kapital - selbst dann noch, als sie in die Wirren des amerikanischen Bürgerkriegs verwickelt werden. Der Kinofilm von Sergio Leone wurde auch verrissen. Seine Handlung war einigen Kritikern zu nihilistisch. In den Sechzigern erlebte Italien währenddessen ein spätes Wirtschaftswunder, das die regionalen Unterschiede zwischen Norden und Süden allerdings weiter verschärfte. Die arme Landbevölkerung im Film erinnerte nicht zufällig an die verarmte Bevölkerung des Mezzogiorno, die unter einem fehlenden Staat, unter Gaunern und Glücksrittern zu leiden hatte. Die Titelmelodie des römischen Komponisten Ennio Morricone ließ einen Kojoten mehrfach aufheulen und brachte in wenigen Tönen die gesellschaftlichen Verwerfungen der 1960er Jahre Italiens auf den Punkt.

Autor: Stefan Niederwieser
Co-Host: Robert Stadlober

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