Ambiente - von der Kunst des Reisens

Inselgruppe im Südpazifik

Ambiente Spezial:
Kanaken, Nickel und Caldoches - Erkundungen in Neukaledonien

Die melanesischen Ureinwohner nennen sich "Kanaken", d.h. "Menschen", und den Staat, den sie anstreben, "Kanaky". Doch nach wie vor ist die 19.000 km2 umfassende Inselgruppe französisches Überseegebiet. Für die Europäer entdeckt wurde sie von James Cook, der ihr auch den bis heute gültigen Namen "Neukaledonien" gab, weil ihn die Landschaft der Hauptinsel Grande Terre irgendwie an Schottland erinnerte. 1853 wurden die Inseln von Frankreich in Besitz genommen. Zunächst dienten sie als Strafkolonie. Doch schon bald kamen französische Siedler, die "Caldoches".

Ihre Nachfahren machen heute etwa ein Drittel der Bevölkerung aus. Knapp die Hälfte sind Kanaken. Obwohl die Kanaken im Alltag freundliche Menschen sind, die einen schon von weitem grüßen, kommt es zwischen ihnen und der französischen Obrigkeit immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, zuletzt 2024. Dabei kamen 14 Menschen ums Leben, ausgebrannte Lagerhallen und Geschäfte in der Hauptstadt Nouméa erinnern noch heute an die Unruhen. Der Tourismus ist seither fast völlig zusammengebrochen. Auch der Abbau von Nickel ist v.a. aus Kostengründen stark zurückgegangen. Dabei sorgte das Schwermetall bisher für 90 % der Exporterlöse. Heute liegen die Tagebauminen wie riesige rostbraune Wunden verwaist in der tropischen Berglandschaft.

Gestaltung: Margit Hainzl und Emil Wimmer

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