Heidi Kastner

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Radiokolleg

Alte weise Frauen (10)

Heidi Kastner
Wer hat Angst vor wütenden Frauen?

Wut hat ein Imageproblem - besonders wenn sie weiblich ist. Während ein wütender Mann oft als durchsetzungsstark, leidenschaftlich oder autoritär wahrgenommen wird, ernten wütende Frauen schnell Attribute wie "hysterisch" und "schwierig". Doch was passiert, wenn wir die Wut nicht als Defizit, sondern als notwendiges Korrektiv betrachten? Wenn Wut der Treibstoff für Veränderung und die klare Abgrenzung gegen Grenzüberschreitungen ist? Muss eine Frau vielleicht auch wütend sein, um Erfolg zu haben? Ist Wut der Schlüssel, um das Patriarchat zu überwinden? Und Wut scheint doch aktuell in Mode zu sein, zumindest in den Führungsetagen und in der Politik.

Man betrachte etwa den aktuellen US-Präsidenten Donald Trump, dem ein wütender Regierungs- und Kommunikationsstil zugeschrieben wird, der auf einer gezielten Nutzung von Emotionen basiert. Doch wieso gelten für Frauen nicht dieselben Spielregeln? Kaum jemand kann diese Fragen präziser beantworten als Heidi Kastner, Jahrgang 1962. Die renommierte forensische Psychiaterin, die in ihrer Karriere in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele geblickt hat, widmet sich seit Jahren der Analyse menschlicher Emotionen. In ihrem Bestseller "Wut: Plädoyer für ein verpöntes Gefühl" räumte sie bereits mit dem Vorurteil auf, dass dieses Gefühl per se nur destruktiv sei. Ein Gespräch über Macht, gesellschaftliche Rollenbilder, aber auch über die zunehmende Gewalt gegen Frauen und darüber, wieso gerade so viele (autokratisch gestrickte) Männer an der Macht sind. Und nicht zuletzt eines über die heilende Kraft eines wütenden und gut platzierten "Neins".

Alle Episoden dieser Staffel finden Sie unter oe1.orf.at/radiokolleg und auf der Audioplattform ORF SOUND.

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  • Alexandra Augustin