Ausgewählt

C plus 1 - was manche Tenöre können

Die Ritter vom hohen D - Mit Helge Rosvaenge, Juan Diego Florez, Gregory Kunde, John Aler, Chris Merritt, Alfredo Kraus, Nicolai Gedda u. a.

Die abgeschmackte Formulierung "Ritter vom hohen C" als Synonym für den Tenor suggeriert, dass diese Note das Non-Plus-Ultra des Erreichbaren darstellt. Überraschend oft haben jedoch Komponisten der hohen männlichen Stimme noch mehr abverlangt. Das vielleicht berühmteste hohe D notierte Adolphe Adam im Lied des Titelhelden seines "Postillon von Lonjumeau" - und noch weitere in der weniger bekannten Tenorarie im dritten Akt des Werkes. Schon in Gioachino Rossinis "Otello" und "Armida" werden wir fündig, lauschen weiters einschlägigen spektakulären Momenten in Giacomo Meyerbeers "Les Huguenots", Fromental Halévys "La Juive" und Giuseppe Verdis (ursprünglich ebenfalls französisch konzipierten) "Vespri siciliani". Einen besonderen Parforceritt mutet Vincenzo Bellini seinem Helden in "I puritani" zu: Der Tenor "darf" sich im Laufe des Werkes vom hohen C übers D bis zum optionalen hohen F (in dem Ensemble "Credeasi, misera") steigern. Und auch in der Literatur des 20. Jahrhunderts taucht das hohe D noch auf, etwa im Gesang des beklagenswerten gebratenen Schwans in Carl Orffs Kantate "Carmina burana".

Sendereihe

Gestaltung

  • Christoph Wagner-Trenkwitz