Radiogeschichten
Seelenverwandtschaft zwischen Mensch und Tier
"An das Wilde glauben" von Nastassja Martin. Aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer. Es liest Katharina Knap.
30. Juli 2026, 11:05
Auf einer Forschungsreise auf der russischen Halbinsel Kamtschatka 2015, wo sie die Bräuche und Kosmologien des indigenen Volkes der Ewenen studiert, wird die 29-jährige Anthropologin Nastassja Martin von einem Bären gebissen und schwer verletzt. In ihrem tagebuchartigen Bericht beschreibt sie die Geschichte dieses Kampfes und ihre Genesung. Nach vielen Operationen muss sie sich an ein neues Gesicht gewöhnen. Ihren Überlebenskampf und ihren Zustand als Versehrte wandelt sie in eine nüchterne Reflexion über die Koexistenz von Mensch, Tier und Natur, über Heilung, Animismus und Wildnis.
Nastassja Martin, 1986 in Grenoble geboren, ist Anthropologin und Schriftstellerin. Die Schülerin Philippe Descolas ist Spezialistin für die Kosmologien und Animismen der Völker Alaskas und veröffentlichte vor ihrem ersten Roman, der großes Aufsehen erregte, u. a. mit "Les âmes sauvages" ein Buch über die Widerständigkeit der Inuit gegen die Zivilisation.
Service
Aus: Nastassja Martin. "An das Wilde glauben". Aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer. Matthes und Seitz Berlin, 2021
