Schatten von Menschen

APA-IMAGES/AFP/FABRICE COFFRINI

Punkt eins

Wirtschaft als Waffe

Wie Strafzölle, Sanktionen, Transportwege und Lieferketten zu Machtmitteln werden. Gäste: Dr. Stephan Klinger, WU Wien; Dr. Thies Petersen, Senior Advisor, Bertelsmann Stiftung Gütersloh. Moderation: Philipp Blom. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at

Der ökonomischen Theorie zufolge wird der Markt von einem freien Spiel der Kräfte kontrolliert, von Angebot und Nachfrage, die es zu koordinieren gilt. Tatsächlich aber werden globale Märkte durch verschiedene Maßnahmen staatlicher Akteure immer wieder stark verzerrt. Strafzölle oder Schutzzölle wie die, die der US-Präsident Donald Trump gegen Gegner und Partner gleichfalls verhängt hat, sind dabei nur eine Facette dieser Praxis, die in diesem Falle Märkte vor billigem Wettbewerb schützen soll. Sanktionen wie die gegen den Iran und Russland bilden eine weitere Waffe im Arsenal, aber auch die Kontrolle über Transportwege wie die Meerenge von Hormuz oder die Manipulation von Lieferketten bieten mächtige Instrumente, um den globalen Handel zu beeinflussen und zum Vorteil einzelner Staaten zu beugen.

Die Praxis der staatlichen Beeinflussung globaler Märkte ist keinesfalls neu, wird aber momentan stark verschärft, besonders auch im Zusammenhang mit dem Einfluss von KI auf Märkte und Jobs, sagt Thies Petersen, Senior Advisor der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh. Auch der Ökonom Stephan Klinger von der Wirtschaftsuniversität Wien sieht ein großes Risiko in der Manipulation von Märkten, besonders wenn sie kurzzeitigen Vorteilen dienen und keine strategische Dimension haben. Philipp Blom spricht mit beiden Experten über Wirtschaftsmacht als Waffe im globalen Kontext sowie über die Wichtigkeit einer vorhersagbaren, vertrauenswürdigen Politik, um globale wirtschaftlichen Fragen und Machtgefällen strategisch begegnen zu können - und welche Rolle spielt auch die EU in diesem Zusammenhang?

Wir freuen uns auf Emails und Anrufe mit Fragen, Anregungen und Beobachtungen zur Manipulation von Märkten und Handelsbeziehungen. Sind sie selbst international tätig, im Exportgeschäft oder haben Sie eine besondere Perspektive auf Märkte und ihr Funktionieren? Rufen Sie in der Sendung an unter 0800 22 69 79 oder schreiben Sie ein E-Mail an punkteins(at)orf.at.

Sendereihe