Brücke über die Donau in Bulgarien: niedriger Wasserstand

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Punkt eins

Strom-Engpässe durch Niedrigwasser

Rhein, Donau, Elbe: Nichts geht mehr. Gäste: DI Mag. (FH) Gerhard Christiner, Vorstandssprecher und Technischer Vorstand Austrian Power Grid (APG) & DI Franz Angerer, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur. Moderation: Alexander Musik. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at

Dramatisch niedrige Pegelstände europäischer Wasserstraßen, darunter Donau, Rhein und Elbe, haben in den vergangenen Wochen zu einem erheblichen Rückgang des Warenverkehrs geführt und bringen nun die Stromproduktion immer stärker unter Druck.

Zunächst waren es fossile Brennstoffe, die normalerweise per Frachtschiff transportiert werden, die mangels alternativer Transportmöglichkeiten stecken blieben und bleiben. In Deutschland fehlten dazu nicht nur LKW, sondern auch deren Fahrer. Nun ist geplant, das sonntägliche LKW-Fahrverbot aufzuheben, um Transportrouten zu entlasten. Inzwischen wird die Situation in der Stromversorgung immer ernster.

In Frankreich wurden bisher drei Atomkraftwerke vom Netz genommen, denn auch die Pegelstände von Mosel und Maas sind niedrig. Auch das Schweizer AKW Beznau ist abgeschaltet - denn die Aare, die es kühlen soll, ist mit 25 Grad zu warm geworden.
Besonders brisant ist die Lage in Ungarn: Der Bahn-Güterverkehr ruht für jeweils fünf Stunden täglich, um Energie zu sparen. Ministerpräsident Peter Magyar appellierte an Bürger:innen und Industrie, Strom zu sparen. Das einzige Atomkraftwerk Paks ist bereits in seiner Leistung gedrosselt worden. Wegen des starken Rückgangs der Stromproduktion infolge niedriger Wasserstände der Donau hat Rumänien den landesweiten Notstand ausgerufen. Um die Fließgeschwindigkeit des Wassers zu erhöhen, wurde ein Felsen in der Donau gesprengt. Wichtige Industriebetriebe haben die Produktion bis zum 19. August eingestellt.

In Österreich haben Hitzewochen zusammen mit hoher Verdunstung und fehlendem Niederschlag für einen 30-prozentigen Rückgang der Stromproduktion durch Wasserkraft geführt. Niemand hier habe je so einen Zustand miterlebt, zitiert die Tageszeitung "Der Standard" Verbund-Sprecher Florian Seidl: "Die Donau führt nur ein Drittel der üblichen Wassermenge. Das ist in etwa so, als würden drei ganze Donaukraftwerke fehlen."

Auf der Homepage des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus wird beruhigt: "Im Zusammenhang mit der aktuellen Stromversorgungssituation in Osteuropa hält das Energieministerium fest, dass die Versorgungssicherheit in Österreich unverändert gewährleistet ist. Nach derzeitigem Stand bestehen keine Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit in Österreich."

Auch bei Austrian Power Grid, dem Betreiber des Strom-Übertragungsnetzes wird betont, dass die Versorgungssicherheit aktuell bei 99,99 Prozent liege - "ein weltweiter Spitzenwert."

Alexander Musik spricht mit Gerhard Christiner, Vorstandssprecher und Technischer
Vorstand Austrian Power Grid (APG), und mit DI Franz Angerer, Geschäftsführer der
Österreichischen Energieagentur, über die Hintergründe der kritischen Lage bei der Stromversorgung in Österreichs Nachbarländern und die Funktionsweise des
grenzüberschreitenden Stromnetzes.

Wie immer sind Sie eingeladen, sich an der Sendung zu beteiligen. Kostenlos aus ganz Österreich können Sie uns unter 0800 22 69 79 erreichen oder Sie schreiben uns ein E-Mail an punkteins(at)orf.at

Spielt für Sie in diesen Zeiten das Stromsparen eine besondere Rolle? Halten Sie es für möglich, dass es auch in Österreich zu Maßnahmen wie in Ungarn oder Rumänien kommen könnte? Was möchten Sie über Versorgungssicherheit und den Strommarkt wissen?

Sendereihe

Gestaltung

  • Alexander Musik