Wagners "Götterdämmerung", 1913

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150 Jahre "Siegfried" und "Götterdämmerung"

Die Bayreuther Richard-Wagner-Uraufführungen von 1876 und ihr Weiterleben am "Grünen Hügel"

In Bayreuth sollte Richard Wagners "Wahn" Frieden finden - und der "Ring des Nibelungen" seine dem Alltäglichen entrückte solitäre Spielstätte. Während "Das Rheingold" und "Die Walküre" aus strategisch-pekuniären Gründen bereits in München an der Hofoper dem Publikum vorgesetzt werden mussten (gefordert von Wagners Förderer König Ludwig II.), kam es im Sommer vor 150 Jahren endlich zur ersten zyklischen "Ring"-Aufführung am "Grünen Hügel", zugleich zu den Uraufführungen von "Siegfried" und "Götterdämmerung". Ein musikalisches Weltereignis! Anders als dann bei "Parsifal" strebten Richard und bald Cosima Wagner beim "Ring" kein Exklusivrecht für Bayreuth (wo man noch lange Zeit keinen alljährlichen Festspielbetrieb zusammenbrachte!) an, aber der Interpretationsstil, zumal im Sängerischen, wurde doch für Jahrzehnte am "Grünen Hügel" vorgegeben, wovon eine Fülle an teils erstaunlichen Uralt-Tondokumenten kündet. Speziell wahrgenommen wurde, was "Neubayreuth" ab 1951 in Sachen "Ring" zu sagen hatte, im Regielichen von Wieland Wagner über Patrice Chéreau bis Frank Castorf, in der musikalischen Grundauffassung von Hans Knappertsbusch über Pierre Boulez (ab dem sogenannten "Jahrhundertring" 1976) bis Kirill Petrenko und Christian Thielemann, in den Gesangsleistungen. In diesem Punkt haben sich natürlich die "großen Alten" der Generation Astrid Varnay - Birgit Nilsson - Wolfgang Windgassen - Hans Hotter fest ins kollektive Gedächtnis eingegraben, während die jüngere Bayreuth-Ära mehr unter dem Schlagwort "Krise des Wagner-Gesangs" verbucht wird, und Gelungenes als Zufallstreffer. Zu recht?

Sendereihe

Gestaltung

  • Chris Tina Tengel