Chinesische Fahne

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Punkt eins

Chinas Aufstieg zur Weltmacht

Partner und Konkurrent zugleich: Wie die Volksrepublik China ihre Rolle in der Welt versteht. Gast: Univ.-Prof. i.R. Dr. Susanne Weigelin-Schwiedrzik, Direktorin für China am Center for Strategic Analysis (CSA) Wien. Moderation: Marina Wetzlmaier. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at

Auch, wenn er China nicht direkt genannt hat, galt die Ankündigung durch US-Finanzminister Scott Bessent vergangenen Montag in erster Linie der Volksrepublik. Die USA wollen jede "wirtschaftliche Lebensader" trennen, die das iranische Regime am Leben halte, sagte Bessent. Länder, die ihre Verbindungen nach Teheran nicht kappen, sollen mit Sanktionen belegt werden. China ist der wichtigste Handelspartner des Iran. Mindestens achtzig Prozent der iranischen Ölexporte gingen im Jahr 2025 trotz internationaler Sanktionen nach China. Für die Volksrepublik macht das allerdings nur einen kleinen Teil ihrer Ölimporte aus, den Großteil bezieht sie aus Russland. Während das Mullah-Regime also von China abhängig ist, gilt das umgekehrt nicht.

Die Androhungen werden an Chinas Beziehungen zum Iran nichts ändern, solange es darin einen Vorteil sieht, sagen Beobachter:innen. Die USA scheuen zudem die direkte Konfrontation mit China, mit dem es ohnehin schon einen Handelsstreit führt. Man ist um stabile Beziehungen bemüht, gleichzeitig beäugt man einander misstrauisch. Ende September ist ein Besuch des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping in Washington geplant. Vergangenen Mai war Donald Trump gemeinsam mit einer Wirtschaftsdelegation in Peking - der erste Besuch eines US-Präsidenten seit neun Jahren. Mit Spaziergang im Rosengarten, Teezeremonie, Staatsbankett und gegenseitigen Bekundungen einer guten Zusammenarbeit. "Viel Pomp und wenig Inhalt", kritisierten Medien hierzulande, während chinesische Zeitungen Peking als "Zentrum der Weltdiplomatie" feierten. Wenige Tage später empfing Xi Jinping Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Als "hochsymbolischen Moment" bezeichneten Medien in China die beiden Staatsbesuche.

China positioniert sich immer stärker im Mittelpunkt des Weltgeschehens: als zweitgrößte Wirtschaftsmacht, strategischer Partner, Vermittler und zentraler Akteur einer zukünftigen, neuen Weltordnung, die Xi Jinping aufbauen will. Nicht die USA sollen in seiner Vorstellung wieder "großartig" werden, sondern die Volksrepublik China.

In ihrem heute erscheinenden Buch "China und die Neuordnung der Welt" beschreibt die renommierte Sinologin Susanne Weigelin-Schwiedrzik, mit welcher Strategie die Volksrepublik ihren Aufstieg zur Weltmacht verfolgt. Wie agiert China im strategischen Dreieck mit den USA und Russland? Wie profitiert es von seiner "dritten Position", die es in den Kriegen in der Ukraine und im Iran einnimmt? Wie stellt sich die chinesische Führung eine multipolare Welt vor? Wer sind die zukünftigen Akteure und Verbündeten? Welche Rolle spielt dabei Europa, das China als "Partner, Konkurrent und systemischen Rivalen" betrachtet?

Über diese und weitere Fragen spricht Marina Wetzlmaier mit Susanne Weigelin-Schwiedrzik, die das Land seit über fünfzig Jahren beobachtet, bereist und analysiert. Reden Sie mit! Rufen Sie an unter 0800 22 69 79 (kostenfrei innerhalb Österreichs) oder schreiben Sie uns ein E-Mail an punkteins(at)orf.at.

Service

Service: Susanne Weigelin-Schwiedrzik: China und die Neuordnung der Welt. Wien: Brandstätter Verlag, 2026.

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