Betrifft: Geschichte
Forschung in luftigen Höhen
140 Jahre Sonnblick Observatorium. Mit: Christian Maier, Leiter des Departments Sonnblick Observatorium der GeoSphere Austria. Gestaltung: Barbara Volfing.
31. August 2026, 15:55
1882 nimmt am Berg Säntis in der Ostschweiz eine hochalpine Wetterstation ihren Betrieb auf. Zu den wichtigsten Befürwortern solcher Stationen zählt Julius Hann, der als Direktor der k. k. Zentralanstalt für Meteorologie 1879 in Rom an einem internationalen Meteorologen-Kongress teilnimmt. Dort wirbt er für den Bau dieser Höhenstationen, mit deren Hilfe die Erdatmosphäre erforscht werden soll.
Im Raurisertal werden diese Nachrichten von Ignaz Rojacher aufmerksam verfolgt. Der Besitzer des Goldbergbaus in Kolm-Saigurn richtet Anfang der 1880er-Jahre am Hohen Goldberg eine erste Wetterstation ein und plant auch eine Gipfelstation auf dem Hohen Sonnblick. Das dafür notwendige Baumaterial transportieren die bei Ignaz Rojacher beschäftigten Bergbauknappen auf den Gipfel. Die Kosten für den Bau teilen sich die Österreichische Gesellschaft für Meteorologie und private Geldgeber, darunter auch Kaiser Franz Josef.
Im September 1886 wird das Sonnblick Observatorium in Betrieb genommen - als eine der höchstgelegenen, ganzjährig betriebenen Beobachtungsstationen der Welt. Zunächst bemannen wettererfahrene Bergknappen das Observatorium in über 3.100 Metern Höhe. Nach dem Tod von Ignaz Rojacher im Jahr 1891 ist die Zukunft des Observatoriums ungewiss und die Station in finanzieller Not. Rettung bringt der am 18. Dezember 1892 im Grünen Saal der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien gegründete Sonnblickverein. Dank der jährlichen Mitgliedsbeiträge, erhöhter Staatssubventionen und der Übernahme der Verwaltung durch die k. k. Zentralanstalt für Meteorologie ab 1898 bleibt das Observatorium bestehen.
88 Jahre später wird die Beobachtungsstation mit der Generalsanierung 1986 zu einem interdisziplinären Forschungsstandort umgebaut. Im Jahr 2022 übergibt der Sonnblickverein das Observatorium an die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Nach der Fusion der ZAMG mit der Geologischen Bundesanstalt zur GeoSphere Austria wird diese Eigentümerin und Betreiberin des Observatoriums. Christian Maier ist Leiter des Departments Sonnblick Observatorium. Bei einem Gespräch in den Räumlichkeiten der Beobachtungsstation gibt er Einblick in die Geschichte und den Forschungsalltag der Station.
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Sendereihe
Gestaltung
- Barbara Volfing
