Radiokolleg
David Hume - Der Philosoph des Zweifels (1)
Die Biographie eines Unangepassten
31. August 2026, 09:05
In der englischsprachigen Welt gilt er als "Zeus der Philosophie". Im deutschen Sprachraum steht er bis heute oft im Schatten Kants und Hegels. Der schottische Aufklärer David Hume hat unser Verständnis von Erkenntnis, Religion und Moral revolutioniert. Eine Würdigung zu seinem 250. Todestag.
Er zweifelte an Wundern, misstraute religiösen Gewissheiten und stellte die Grundlagen menschlicher Erkenntnis infrage. Viele Zeitgenossen fanden das skandalös. David Hume wurde dennoch zu einem der berühmtesten Gelehrten Europas.
Der Weg dorthin war alles andere als geradlinig. Die Schriften des 1711 geborenen Philosophen erregten Anstoß. Seine Religionskritik verbaute ihm akademische Karrieren. Jahrelang rang Hume um Anerkennung. In Frankreich wurde er gefeiert. In Schottland blieb er umstritten - und wurde doch zu einer der prägenden Figuren des "Age of Enlightenment".
Hume lebte ein Gelehrtenleben im Stil des 18. Jahrhunderts: als Philosoph und Historiker, als Bibliothekar und Diplomat. Er reiste durch Europa, begegnete den großen Denkern seiner Zeit und gewann Einfluss weit über die Grenzen Schottlands hinaus. Die Geschichte eines ungewöhnlichen Lebens - und eines Mannes, der den Mut hatte, an (fast) allem zu zweifeln.
Service
Radiokolleg-Podcast
Gerhard Streminger: "David Hume - Der Philosoph und sein Zeitalter" - Eine Biographie", C. H. Beck, München, 797 Seiten
Heiner F. Klemme: "David Hume zur Einführung", Junius-Verlag, Hamburg, 192 Seiten
David Hume: "Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral", aus dem Englischen von Gerhard Streminger. Nachwort von Frank Brosow, Reclam-Verlag, Ditzingen, 279 Seiten
David Hume: "Traktat über die menschliche Natur - Buch I-III", Verlag F. Meiner, Hamburg, 717 Seiten
David Hume: "Über den Freitod" und "Über die Unsterblichkeit der Seele", aus dem Englischen von Holger Hanowell, Reclam-Verlag, Ditzingen, 64 Seiten
