Radiokolleg
David Hume - Der Philosoph des Zweifels
Die Grenzen der Vernunft
1. September 2026, 09:05
Was können wir wissen? Wirklich wissen? Und worauf gründen unsere Überzeugungen? David Hume hat diese Fragen illusionslos beantwortet - und damit die Philosophie seiner Zeit erschüttert. Der schottische Aufklärer bezweifelte, dass der Mensch zu sicheren Erkenntnissen über die Welt gelangen kann. Was wir für Gewissheit halten, beruht oft auf Gewohnheit, Erwartung und Erfahrung - nicht auf logischen Beweisen.
Dabei richtete Hume seinen skeptischen Blick auch auf die großen Fragen der Metaphysik. Gibt es eine unsterbliche Seele? Können wir Ursachen und Wirkungen wirklich erkennen? Und wo liegen die Grenzen der Vernunft? Seine Antworten provozierten Zeitgenossen und beschäftigen Philosophen bis heute.
Doch David Hume war nicht nur ein Denker des Zweifels. Er entwickelte auch eine Ethik, die den Menschen nicht als vernünftiges, sondern als fühlendes Wesen begreift. Moral entsteht für den großen Schotten nicht aus abstrakten Prinzipien, sondern aus Mitgefühl, Empathie und menschlicher Erfahrung. Eine Reise in die Gedankenwelt eines Philosophen, der die Gewissheiten seiner Zeit erschütterte - und das moderne Denken nachhaltig prägte.
Service
Radiokolleg-Podcast
Gerhard Streminger: "David Hume - Der Philosoph und sein Zeitalter" - Eine Biographie", C. H. Beck, München, 797 Seiten
Heiner F. Klemme: "David Hume zur Einführung", Junius-Verlag, Hamburg, 192 Seiten
David Hume: "Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral", aus dem Englischen von Gerhard Streminger. Nachwort von Frank Brosow, Reclam-Verlag, Ditzingen, 279 Seiten
David Hume: "Traktat über die menschliche Natur - Buch I-III", Verlag F. Meiner, Hamburg, 717 Seiten,
David Hume: "Über den Freitod" und "Über die Unsterblichkeit der Seele", aus dem Englischen von Holger Hanowell, Reclam-Verlag, Ditzingen, 64 Seiten
