In Concert
In memoriam Totó la Momposina (1940-1926)
Totó la Momposina, die musikalische Botschafterin Kolumbiens beim WOMAD-Festival 2015
4. September 2026, 14:05
Als der kolumbianische Autor Gabriel García Márquez 1982 den Literaturnobelpreis erhielt, gehörte Sonia Bazanta Vides zu den kolumbianischen Musikerinnen und Musikern, die in Stockholm bei der Zeremonie auftraten. Zuvor war die Sängerin schon als kleines Kind zu einer lokalen, als Jugendliche zu einer regionalen und als Erwachsene schließlich zu einer nationalen Größe der kolumbianischen Musik geworden und hatte 1969 ihre vor allem aus Familienmitgliedern zusammengestellte Band begründet, deren Besetzung im Laufe der Jahrzehnte zwar wechselte, die aber immer ihren Namen beibehielt: Totó la Momposina y sus Tambores.
1983 nahm sie in Frankreich ihr erstes Soloalbum auf. Das begründete ihre Karriere als internationale Botschafterin der kolumbianischen Musik, speziell der Musikstile und Rhythmen ihrer karibischen Heimatregion im Norden des Landes. Dort liegt im riesigen, lang gestreckten Delta des Río Magdalena eine der größten Flussinseln der Welt, wo sie am 1. August 1940 geboren wurde, die Isla de Mompós (bzw. Mompox). Die hat ihr den Künstlernamen Totó la Momposina eingebracht.
Wie keine andere verstand es Totó la Momposina, die europäischen, afrikanischen und indigenen Grundpfeiler kolumbianischer Musikstile wie Cumbia, Bullerengue, Porro oder Mapalé zu vermitteln, dabei zeitgenössisch zu klingen und gleichzeitig zu verdeutlichen, dass sie das Ergebnis eines musikalischen Prozesses sind, der bereits ein halbes Jahrtausend zuvor begonnen hatte.
Am 17. Mai 2026 ist Totó la Momposina gestorben. In Concert erinnert an die große Sängerin mit einem Mitschnitt ihres Konzerts beim WOMAD-Festival 2015 in Charlton Park im südwestenglischen Wiltshire.
Sendereihe
Gestaltung
- Michael Neuhauser
