Zeit-Ton

Neue Musik in der DDR

Zeitgenössische Musik verstehen: Dietmar Hellmich erhellt zentrale und dezentrale Werke der Musikgeschichte. Diesmal stellt er Werke aus der DDR und der BRD gegenüber. Motto: "Nicht nur Kaffee-Ersatz".

Dietmar Hellmich, Komponist und Musikwissenschaftler aus Wien, beleuchtet für "Zeit-Ton" im Kamingespräch mit Rainer Elstner zentrale und dezentrale Werke der Musikgeschichte. Diesmal geht es um die wenig bekannte Neue Musik aus der DDR.

Da die Bevölkerung der DDR kaum Zugang zu Luxusgütern und Delikatessen hatte, führte die Maßnahme der DDR-Führung, die billigste Kaffeesorte durch eine Mischung aus Kaffeebohnen und Surrogaten zu ersetzen, zu Unmut. Schnell musste die SED-Führung Rohkaffee organisieren. Auch der Westkaffee war ab nun im Osten käuflich zu erwerben. Diese Episode aus den Jahren 1977/'78 fällt in eine Zeit, als die zuvor unterdrückte Neue Musik in der DDR an Boden gewann. Man findet die Positionen, die aus dem Westen bekannt sind, vertreten von Komponisten Ostdeutschlands, ohne dass ihre Werke epigonenhaft wirken würden.

In der Sendung werden bekanntere Beispiele wichtiger Strömungen aus dem Westen den DDR-Leistungen gegenübergestellt: Karlheinz Stockhausen trifft im Bereich der Elektronik auf Paul-Heinz Dittrich, György Ligeti mit seinen Klangflächen auf Ruth Zechlin, Dieter Schnebel mit Beethoven-"Re-Visionen" auf Reiner Bredemeyer, Rolf Riehm mit dialektischer Reaktion auf Publikumserwartungen auf Friedrich Schenker, Helmut Lachenmann mit geräuschhafter Verweigerung des instrumentalen Schönklangs auf Nicolaus Richter de Vroe.

Sendereihe

Gestaltung

  • Dietmar Hellmich