Radiogeschichten
Die Wüste lebt.
"Die Einsamkeit der Wüste" von Edward Abbey. Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Dirk Höfer.
8. September 2026, 11:05
Der Arches-Nationalpark, eine der spektakulärsten Wüstenlandschaften im Herzen Amerikas, steht im Mittelpunkt dieses genreübergreifenden Buchs. Es ist zugleich Autobiografie, Naturbeschreibung, Polemik, Kampfschrift und Abenteuerroman. In seinen Naturschilderungen führt Abbey die Vielfalt einer Landschaft vor Augen, die nur auf den ersten Blick tot und einsam erscheint. In diesem längst zu den Klassikern zählenden Buch verarbeitet er sein Leben als Ranger Ende der 1950er Jahre in der Wüste Utahs. Er sieht sich in dieser Umgebung zugleich als Raub- und als Beutetier, als Eindringling und als willkommener Gast. In diesen Widersprüchen und der Kargheit der Wüste fühlt er sich weitaus mehr zu Hause als in der von ihm als menschenfeindlich wahrgenommenen Industriegesellschaft. Als der Text 1968 veröffentlicht wurde, brachte er ihm nicht nur den lange erhofften Durchbruch als Schriftsteller, sondern führte auch dazu, dass das von ihm beschriebene Gebiet zum Nationalpark erklärt wurde.
Edward Abbey, geboren 1927 in Indiana, Pennsylvania, gilt heute als einer der Begründer der modernen Naturschutzbewegung. In den 1950er Jahren arbeitete er nach einem Philosophiestudium als Park Ranger in der Wüste Utahs. Während seiner langen, einsamen Tage schrieb er mehrere Romane, in deren Zentrum häufig die kargen Landschaften des Südwestens der Vereinigten Staaten stehen. Sein Roman "The Monkey Wrench Gang" wurde 1975 zum Kultbuch der Umweltaktivisten. Der Durchbruch gelang ihm jedoch erst mit seinen Aufzeichnungen aus Utah: "Die Einsamkeit der Wüste". Abbey starb 1989 in Arizona.
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Aus: Edward Abbey "Die Einsamkeit der Wüste". Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Dirk Höfer. Matthes & Seitz Verlag, 2026
