Im Fokus - Religion und Ethik

Was bleibt vom Aufbruch?

Mit diesem Thema im Fokus: Eine Spurensuche 30 Jahre nach der Europäischen Frauensynode in Gmunden

Von Mut, Widerstand und neuen Wegen war damals viel die Rede bei der Ersten Europäischen Frauensynode in Gmunden. 30 Jahre später fragt die Journalistin Alexandra Mantler, die damals dabei war: Was bleibt von einem Aufbruch, der vor allem eines wollte - Frauen in Kirche und Gesellschaft eine eigene Stimme zu geben? Am Traunsee, wo im Sommer 1996 mehr als 1000 Frauen aus ganz Europa zusammenkamen, treffen sich 2026 erneut Frauen, um sich zu erinnern, weiterzudenken und gemeinsam nach vorne zu schauen.

1996 forderten die Teilnehmerinnen gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in kirchlichen Leitungsämtern und Entscheidungsprozessen, die Anerkennung feministischer Theologie, eine geschlechtergerechte Sprache und einen offenen Umgang mit unterschiedlichen Lebensentwürfen. Religion und Spiritualität sollten sich nicht nur auf den individuellen privaten Bereich beschränken, sondern in prophetischer Tradition auch gesellschaftliche Gegenentwürfe und Utopien entwickeln, etwa in der Wirtschaft: Die Schweizer Theologin und Ökonomin Ina Praetorius stellte das Konzept der "Weiberwirtschaft" vor - eine Vision von Wirtschaft, in der die Sorge um das Leben, soziale Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung im Mittelpunkt stehen. Was damals als provokanter Gegenentwurf zu klassischen Wirtschaftsmodellen erschien, ist heute unter dem Begriff Care-Ökonomie zu einer zentralen gesellschaftlichen Debatte geworden.

Die Journalistin Alexandra Mantler war 1996 selbst Teilnehmerin der Frauensynode und führte damals für ihre theologische Diplomarbeit Interviews mit feministischen Frauen, die in der Kirche arbeiteten und für Veränderungen eintraten. Drei Jahrzehnte später begibt sie sich erneut auf Spurensuche: Was ist aus den Hoffnungen und Forderungen von damals geworden? Welche Impulse haben feministische Theologie und Frauenbewegungen hinterlassen - und welche Fragen sind weiterhin offen? Eine Sendung über Visionen und Wirklichkeit, über verlorene Hoffnungen und neue Perspektiven. - Gestaltung: Alexandra Mantler

Sendereihe

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