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Im Fokus - Religion und Ethik
Was bleibt vom Aufbruch?
Aktuell im Fokus: Kopftuchverbot: "Umsetzungsphase" beginnt +++ Soziologe Khorchide: Der Koran kennt keine Machos +++ Thema im Fokus: Was bleibt vom Aufbruch? - Eine Spurensuche 30 Jahre nach der Europäischen Frauensynode in Gmunden +++ Serie: Wahn und Weisheit - Alkohol
9. September 2026, 16:05
Aktuell im Fokus: Kopftuchverbot: "Umsetzungsphase" beginnt
Seit 7. September kommt in Österreich ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren zur Anwendung. Verschiedene Organisationen haben zum Boykott aufgerufen. Wie schon 2019/2020 wird auch diesmal der Verfassungsgerichtshof mit dem Gesetz befasst. Nach dem Vorstoß von Bundeskanzler Christian Stocker arbeitet Integrationsministerin Claudia Bauer, beide ÖVP, an einem Gesetz gegen den "politischen Islam". Sie hat in den Raum gestellt, dass auch die IGGÖ von einem Verbot betroffen sein könnte. Im Studio fragt Susanne Krischke den Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Ümit Vural, wie der aktuelle Kurs der Regierung in der islamischen Community wahrgenommen wird und wie man darauf reagiert.
Soziologe Khorchide: Der Koran kennt keine Machos
Geht es um das Geschlechterverhältnis im Islam, sind bestimmte Bilder schnell zur Hand: Männer gelten als dominant, Frauen als unterdrückt, und wo es um die "Ehre" der Familie geht, scheint Gewalt nicht weit. Doch wie viel haben diese Vorstellungen mit dem Islam tatsächlich zu tun? Welche Bilder von Männlichkeit finden sich im Koran - und welche könnten heute Orientierung geben?
Der Soziologe und Religionspädagoge Mouhanad Khorchide sagt: Der Koran kennt keine Machos. In seinem neuen Buch sucht er nach männlichen Vorbildern, die nicht Härte und Dominanz verkörpern, sondern Verantwortung, Empathie und Fürsorge. Es geht um die Frage, wie Männlichkeit jenseits von Macht und traditionellen Rollenbildern gedacht werden kann - im Islam und darüber hinaus. Mariella Kogler hat sich umgehört, wie es heute um die Männlichkeit steht.
Thema im Fokus: Was bleibt vom Aufbruch? - Eine Spurensuche 30 Jahre nach der Europäischen Frauensynode in Gmunden
Von Mut, Widerstand und neuen Wegen war damals viel die Rede bei der Ersten Europäischen Frauensynode in Gmunden. 30 Jahre später fragt die Journalistin Alexandra Mantler, die damals dabei war: Was bleibt von einem Aufbruch, der vor allem eines wollte - Frauen in Kirche und Gesellschaft eine eigene Stimme zu geben? Am Traunsee, wo im Sommer 1996 mehr als 1000 Frauen aus ganz Europa zusammenkamen, treffen sich 2026 erneut Frauen, um sich zu erinnern, weiterzudenken und gemeinsam nach vorne zu schauen.
1996 forderten die Teilnehmerinnen gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in kirchlichen Leitungsämtern und Entscheidungsprozessen, die Anerkennung feministischer Theologie, eine geschlechtergerechte Sprache und einen offenen Umgang mit unterschiedlichen Lebensentwürfen. Religion und Spiritualität sollten sich nicht nur auf den individuellen privaten Bereich beschränken, sondern in prophetischer Tradition auch gesellschaftliche Gegenentwürfe und Utopien entwickeln, etwa in der Wirtschaft: Die Schweizer Theologin und Ökonomin Ina Praetorius stellte das Konzept der "Weiberwirtschaft" vor - eine Vision von Wirtschaft, in der die Sorge um das Leben, soziale Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung im Mittelpunkt stehen. Was damals als provokanter Gegenentwurf zu klassischen Wirtschaftsmodellen erschien, ist heute unter dem Begriff Care-Ökonomie zu einer zentralen gesellschaftlichen Debatte geworden.
Die Journalistin Alexandra Mantler war 1996 selbst Teilnehmerin der Frauensynode und führte damals für ihre theologische Diplomarbeit Interviews mit feministischen Frauen, die in der Kirche arbeiteten und für Veränderungen eintraten. Drei Jahrzehnte später begibt sie sich erneut auf Spurensuche: Was ist aus den Hoffnungen und Forderungen von damals geworden? Welche Impulse haben feministische Theologie und Frauenbewegungen hinterlassen - und welche Fragen sind weiterhin offen? Eine Sendung über Visionen und Wirklichkeit, über verlorene Hoffnungen und neue Perspektiven. - Gestaltung: Alexandra Mantler
Serie: Wahn und Weisheit - Alkohol
In der ersten Folge unserer neuen Rubrik geht es um Alkohol und andere berauschende Substanzen und darum, wie die Bibel ihren Missbrauch beschreibt.
Die Bibel erzählt von Wohltätern und Tyrannen, von Rausch, bitterer Verzweiflung und Größenwahn. Oft handelt es sich dabei um erzählerische Mittel. Aber was lässt sich in diesen Geschichten entdecken, wenn man sie mit dem Wissen der modernen Psychologie liest? Claudia und Simone Paganini gehen dieser Frage in ihrem populärwissenschaftlichen Buch "Wahn und Weisheit" nach. Nikolaus Hofer hat mit ihnen gesprochen.
