Radiokolleg
Prothesen: Vom Holzbein zum Cyborg (1)
Holzbein, Armhaken und Augenklappe
14. September 2026, 09:05
Knochen, Gelenke, Sehnen, Zähne, Augen, Ohren - die Funktionen der unterschiedlichen Teile des menschlichen Körpers haben ein Ablaufdatum. Wir werden aber immer älter - und brauchen Ersatz: Künstliche Hüft-, Knie- und Schultergelenke, künstliche Linsen gegen den Grauen Star, Zahnimplantate und natürlich feinelektronische Hochleistungsprothesen - wie funktionieren die "Ersatzteile" im inneren des Körpers und außen? Und wohin geht es in Zukunft? Werden uns Chips eingesetzt? Innenorgane im Labor gezüchtet? Wo liegen die Grenzen moderner Prothetik?
Wir üben potenziell gefährliche Sportarten aus, machen Abenteuerurlaub, fahren mit E-Scootern, Autos und Fahrrädern herum, und wir werden immer älter. Der Mensch hält viel aus, doch im Lauf der Zeit oder durch stumpfe Gewalteinwirkung wie Stürze, Unfälle, Kollisionen oder auch nur Unachtsamkeiten knirscht es im System. Prothesen werden aber auch im Zuge von Herzoperationen eingesetzt, oder angemessen, wenn ein Mensch durch Krankheit oder Unfall eine Gliedmaße verliert. Welche Prothesen gibt es? Aus welchen Materialien sind sie? Begonnen hat es einfach: Verlor ein Mensch ein Bein, bekam er einen einfachen Stock aus Holz in der passenden Länge. Dieser konnte mithilfe eines Ledergeschirrs am oberen Ende auf den Beinstumpf geschnallt werden, womit - meist in Kombination mit Krücken, eine Fortbewegung möglich wurde. Ähnliches gab es für fehlende Unterarme: ein Stück Holz mit einem Haken am Ende ermöglichte das Aufheben und Tragen von größeren Dingen. Wie lange dauert die Geschichte der Prothesen schon an und was waren die Meilensteine in der Entwicklung? Sind moderne Prothesen grundsätzlich anders als diese älteren Modelle? Und: wie müssen die Übergänge behandelt werden, damit ein schmerzfreies Tragen möglich ist?
