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Red Light - Soundtrack einer Flucht (1)

Das Kamel

Der Rapper Mo Zaman lebt in Wien. Geboren im Iran, aufgewachsen in Afghanistan, beginnt er früh zu schreiben und Musik zu machen - und gerät damit in Konflikt mit seinem Umfeld. 2016 verlässt er seine Heimat. Es ist der Beginn einer jahrelangen Flucht über den Iran, die Türkei und Griechenland bis nach Österreich.

"Red Light" folgt seiner Geschichte als musikalisch-dokumentarische Erzählung - und als Coming-of-Age eines Künstlers, der unterwegs seine Sprache findet. Die Reihe erzählt diese Entwicklung in Anlehnung an Friedrich Nietzsches drei Verwandlungen des Geistes: Kamel, Löwe und Kind. Auf seinem Weg verbinden sich Erinnerung und Gegenwart zu einer Geschichte über Anpassung, Rebellion und die Freiheit, die eigene Stimme zu erheben.

Mo Zaman ist acht Jahre alt, als er 2003 mit seiner Familie aus dem Iran nach Afghanistan zieht. In seiner neuen Umgebung wird er zu einem Jungen, der sich nirgends zugehörig fühlt. Früh versucht er, Worte für das zu finden, was in seinem Umfeld unausgesprochen bleibt. Er beginnt Geschichten zu schreiben, aus denen bald Gedichte werden. Durch einen Freund entdeckt er den Rap - und damit eine Sprache für seine Wut über Armut und Ausgrenzung. Zugleich bestärkt ihn die Musik darin, religiöse und gesellschaftliche Gewissheiten infrage zu stellen. Der Wunsch, Afghanistan eines Tages zu verlassen, wird immer stärker: Auf die tägliche Frage seiner Tante, was er später werden wolle, antwortet er stets dasselbe - "Ich will weg."

Gestaltung: Franziska Grillmeier, Anja Troelenberg

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