Vom Leben der Natur

Lebendige grüne Teppiche

Der Forscher Harald Zechmeister spricht über das Brandmoos und das Kurz-Büchsenmoos.

Ein leuchtend grüner Streifen am Bach, weiche Polster auf Steinen, Rinde oder Totholz: Moose sind fast überall - und doch werden sie leicht übersehen. Dabei steckt in den kleinen Pflanzen eine große Welt.

Anders als Bäume, Gräser oder Blumen haben sie keine Wurzeln, über die sie Wasser und Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen, sondern nutzen dafür ihre gesamte Oberfläche. Sie wachsen langsam, verbreiten sich mit Hilfe winziger Sporen und besiedeln besondere Nischen. Ein Moospolster beherbergt eine erstaunliche Vielfalt an kleinsten Lebewesen. Bärtierchen, Algen, Pilze und viele weitere Organismen finden zwischen den Moospflänzchen Schutz und Feuchtigkeit. Werden Moospolster aus der Natur entnommen und etwa als Wanddekoration verwendet, geht dieser Mikrokosmos verloren.

Auch für den Wasserhaushalt von Wäldern sind Moose wichtig. Sie können Niederschläge kurzfristig speichern und geben die Feuchtigkeit langsam wieder an die Umgebung ab. Das trägt zu einem kühlen, feuchten Waldklima bei und kann den oberflächlichen Wasserabfluss nach Starkregen bremsen. Längere Trockenperioden und steigende Temperaturen gefährden jedoch besonders jene Moosarten, die an dauerhaft feuchte Standorte angepasst sind.

Service

Gesprächspartner:
Mag.Dr. Harald Zechmeister, Privatdozent, Mooskundler und Autor
Harald Zechmeister
Dreiteiliges Bestimmungswerk für alle in der Natur vorkommenden Moosarten Österreichs © 2025, Verlag Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten
Moosflora von Österreich

Zum Nachschauen: Die ORF Universum-Dokumentation "Sanfte Berge, wilde Moore- Das Alpenvorland"
auf ORF ON ansehen

Podcast abonnieren

Sendereihe

Gestaltung

Übersicht