Stimmen hören

Der "Unvergessenste" von allen

Neues und Altbekanntes von Fritz Wunderlich

Nein, vorstellen muss man Fritz Wunderlich nicht mehr. In den wenigen Jahren, in denen der 1966 mit nicht einmal 36 Jahren verstorbene Tenor in der "großen" Öffentlichkeit stand, wurden so viele Aufführungen dokumentiert, dass Wunderlichs Position in der Gesangsgeschichte als "der" lyrische deutsche Herzenstenor seiner Generation dauerhaft festgeschrieben ist. Und Wunderlich war buchstäblich ab seinem ersten professionellen Auftritt unfassbar fleißig in den Radio- und Plattenaufnahmestudios! Erst vor wenigen Jahren hat der Süddeutsche Rundfunk seine Archivbestände flächendeckend zugänglich gemacht, obwohl ein Großteil davon, "unter der Hand" weitergereicht, bei Wunderlich-Aficionados natürlich auch davor bekannt war. Sind also keine Wunderlich-Überraschungen mehr möglich? Oh doch, wenn etwa der Bayerische Rundfunk mit Szenen aus der "Schweigsamen Frau" von Richard Strauss, tonliche Basis für eine TV-Produktion 1960, herausrückt; wenn die Münchner Philharmoniker eine von ihnen 1964 musizierte "Zauberflöte" mit Wunderlichs bewährtem Tamino aus dem Fundus holen; wenn sich ein in Deutsch gesungener "Don Pasquale" aus dem Münchner Prinzregententheater 1962 sogar im Nachlass des Sängers findet, der den Abend als Technik-Freak für den Privatgebrauch aufzeichnen ließ. Und immer wieder tritt, auch aus diesen Raritäten, ein gefestigter Künstler zutage, der sich auf sein bewundernswertes technisches Rüstzeug so sehr verlassen konnte wie auf die bezwingende Ausstrahlung - vom Klang von Fritz Wunderlichs Stimme ganz zu schweigen.

Sendereihe

Gestaltung

  • Chris Tina Tengel