Diagonal

Die Frau als Mensch. Zur Person Ulli Lust

Die österreichische Comiczeichnerin und Illustratorin Ulli Lust erzählt in einer ausgezeichneten Graphic Novel die Frau als Menschen - im Kleinen, schonungslos Autobiografischen, wie im großen historischen Kontext.
Anschl.: Diagonals Feiner Musiksalon

Mit 17 Jahren fährt Ulli Lust nach Italien - eine Punkerin, die nichts zu verlieren, weil nichts dabei hat. Oder das zumindest denkt, bis sie auf Mafiosi, Dealer und Vergewaltiger trifft. In ihren Zwanzigern führt Ulli Lust eine von Gewalt gezeichnete Beziehung mit zwei Männern und versucht, eine gute Mutter und freiberufliche Künstlerin zu sein.

Mit Anfang 40 - mittlerweile Absolventin einer Berliner Kunsthochschule - verarbeitet sie ihre Jugend in einer großen, im deutschen Raum so noch nicht dagewesenen Comicerzählung, die sie schlagartig berühmt macht und der nachfolgenden Generation von Zeichnerinnen die Türen weit aufstößt.

Wer Ulli Lust an diesem Punkt nicht gelesen hat, dem könnte sie mit ihren jüngsten Sachcomics ein Begriff geworden sein: "Die Frau als Mensch" heißt die Reihe, in der Lust die Urgeschichte neu erzählt und die Frau in den Mittelpunkt der Eiszeitgesellschaft rückt. Dabei stützt sie sich auf einen Berg von Forschungsergebnissen, für die führende Archäologinnen von ihren männlichen Kollegen bis vor geraumer Zeit belächelt und diskreditiert wurden. Sie dagegen erhalte nun den Deutschen Sachbuchpreis - da habe sich doch etwas verändert, konstatiert Ulli Lust.

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  • Antonia Löffler