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Wake-up-Call für Europa - Fortschritt oder Stillstand? (1)

Wege in die strategische Autonomie

Der aktuelle Befund über den Zustand der Europäischen Union ist kritisch: Sicherheitspolitisch drohe Europa zwischen den Fronten von USA, Russland und China zerrieben zu werden. Bei Zukunftstechnologien und der Digitalisierung würden europäische Unternehmen keine Rolle spielen. In den Augen vieler Experten kann nur eine tiefgreifende institutionelle Reform die EU vor dem Stillstand retten.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die technologische und militärische Abhängigkeit Europas gegenüber den USA nur allzu klar offenbart. Die neue US-Nationale Sicherheitsstrategie, die unter Präsident Donald Trump veröffentlicht wurde, legt darüber hinaus fest, dass Europa in Zukunft die Hauptverantwortung für seine eigene Verteidigung übernehmen müsse. Europa steht inmitten einer sicherheitspolitischen Zeitenwende und vor der Herausforderung, seine Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeit eigenständig auszubauen und strategische Verantwortung zu übernehmen. Die beiden Politikwissenschaftler Herfried Münkler und Carlo Masala verweisen in ihren jüngsten Büchern eindringlich darauf hin, dass Europa in militärischen und sicherheitspolitischen Fragen machtstrategischer denken müsse. Sonst drohe die Gefahr, zwischen den Fronten von USA, Russland und China zerrieben zu werden. Doch wie kann Europa seine sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit stärken? Welche militärischen Fähigkeiten, politischen Entscheidungen und europäischen und internationalen Kooperationen sind notwendig, um Frieden und Stabilität langfristig zu sichern.

Gestaltung: Johannes Gelich

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