Dimensionen

Super-GAU im Nationalpark

Wie in der Schweiz ein verseuchter Fluss saniert wird

Vor 10 Jahren nahm ein beispielloses Unglück seinen Anfang, das seither den Schweizer Nationalpark im Kanton Graubünden beschäftigt. Am Rand des Schutzgebietes steht eine Staumauer aus den 1960er Jahren, sie bildet den Lago di Livigno in Italien. Bei einem Zwischenfall bei Sanierungsarbeiten gelangte PCB-haltiger Staub in den Fluss Spöl, der durch den Nationalpark fließt. Polychlorierte Biphenyle (PCBs) sind langlebige und hochgiftige Stoffe, die sich in der Nahrungskette anreichern: in Wasser und Kies, Kleinstlebewesen, Fischen und Vögeln. Nach jahrelangen Verhandlungen wird der Spöl saniert. Während die Schuldfrage vor Gericht noch nicht geklärt ist, werden Bachforellen umgesiedelt, das Flussbett ausgebaggert, belastetes Sediment vor Ort gereinigt oder entsorgt. Eine Reportage aus den Schweizer Bergen am 10. Jahrestag der Katastrophe.

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  • Lukas Tremetsberger