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Punkt eins
Die vielen Sorgen um die Energieversorgung
Schreckgespenst Energiekrise: Gibt es Wege aus der Abhängigkeit in die Autonomie? Gast: Univ.Prof.Dr. Sigrid Stagl, Department für Sozioökonomie, Universität Wien. Moderation: Xaver Forthuber. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at
22. September 2026, 13:00
Die Preise für Haushaltsenergie sind im August erneut gestiegen, getrieben vor allem durch Heizöl und Treibstoffe: Diesel erreichte letzte Woche einen Höchststand seit dem Beginn des US-Angriffs auf Iran Ende Februar und kostete ein Drittel mehr als im Vorjahr. Der Boom energieintensiver Technologien, der dem an sich sinkenden Gesamtenergieverbrauch entgegenwirken könnte, und eher nur zaghafte Fortschritte in der Klimapolitik verschärfen die Energiekrise. Andererseits steigt der Anteil der Erneuerbaren kontinuierlich und stark an, in Deutschland etwa dürfte die Wärmpumpe das zweite Jahr in Folge zum Marktführer bei den Heizsystemen werden - dennoch bleiben Gasheizungen ein "Dauerbrenner".
Aber auch bei Strom, Gas und Fernwärme seien "in den kommenden Monaten stärkere Preisbewegungen zu erwarten", meldet die Österreichische Energieagentur mit Blick auf die "Großhandelsmärkte". Tatsächlich mehren sich im Nachbarland Deutschland vor dem Winter wieder die Sorgen um die Füllstände der Gasspeicher - Österreich mit seinen strategischen Reserven und seinen proportional höheren Speicherkapazitäten steht besser da. Die Versorgungssicherheit ist mehr denn je auch ein geopolitisches Spiel - die Abhängigkeit von einzelnen Ländern und die Nadelöhre in den weltweiten Transportwegen treten angesichts der weltweiten Spannungen einmal mehr schmerzhaft zutage. Bei einem Staatsbesuch am Wochenende wandte sich Kanadas Regierungschef erneut demonstrativ Europa zu - und plädierte für verstärkte Zusammenarbeit, "um Energielieferungen sicherzustellen und die Spritpreise unter Kontrolle zu halten". Mit im Raum: Die wachsende Beunruhigung über den - auch klima- und energiepolitischen - Kurs der USA.
Gibt es trotzdem Grund für Optimismus - könnte eine sichere, nachhaltige und dauerhafte Energieversorgung in unserer Zukunft liegen, mit mehr Planungssicherheit, größerer Autonomie für die Energiehaushalte? Und könnte die Energiewende so sogar zum Wirtschaftsmotor werden? Das argumentiert die Ökonomin Sigrid Stagl anhand zahlreicher aktueller Daten in ihrem aktuellen Buch "Krisenfest - Wie wir unsere Wirtschaft verändern können, um unsere Zukunft zu sichern". Das Rezept umfasst unter anderem Ausbau und Modernisierung unserer Energienetze und vor allem eine Offensive bei alternativen Energieträgern - von der kommunalen Ebene aufwärts, unter Einbindung der Bürger:innen.
Sigrid Stagl ist zu Gast bei Xaver Forthuber - reden Sie mit in der Sendung: Rufen Sie an unter 0800 22 69 79 oder schreiben Sie ein E-Mail an punkteins(at)orf.at
Service
Sigrid Stagl: Krisenfest. Wie wir unsere Wirtschaft verändern können, um unsere Zukunft zu sichern. Wien: Brandstätter, 2026.
Sendereihe
Gestaltung
- Xaver Forthuber
