Im Gespräch

Mazda Memarsadeghi, iranischer Arzt

Im Gespräch mit Rosa Lyon

Mazda Memarsadeghi ist im Iran geboren. Mit 16 Jahren wurde er gemeinsam mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder nach Wien geschickt, um nicht "Kanonenfutter" zu werden. "Wir mussten schwimmen lernen im Ozean", nennt er diese Zeit heute. Nach der Schule besuchte Mazda Memarsadeghi die Universität. Radiologe wollte er werden, "um das Unsichtbare sichtbar zu machen". So hatte eine Nachbarin in Teheran ihren Beruf beschrieben. Dieser Satz sollte sein Motto bleiben. Nun arbeitet er als Standortleiter eines Radiologieinstituts in St. Gallen. Seit 2012 lebt Mazda Memarsadeghi mit seiner Frau und ihren beiden Kindern in der Schweiz. Und er lebt mit seiner Familie in Teheran mit: Sein Bruder ist zurückgekehrt, die Eltern sind geblieben. Das Stadtplanungsbüro der Mutter, Guiti, führt Mazdas Bruder weiter. Es ist nicht immer leicht, Kontakt zu halten. Weder Telefonverbindungen noch Internet funktionieren verlässlich. Das ist oft schwer auszuhalten, denn die Nachrichten verfolgt Mazda Memarsadeghi Tag und Nacht. Mit ORF-Iran-Korrespondentin Rosa Lyon spricht er über "survivor´s guilt", also das Schuldgefühl, in Sicherheit zu sein. Vor allem aber darüber, wie die Menschen im Iran leben, was sie beschäftigt und wie sich Krieg, Ungewissheit und Repressionen auf ihre Gesundheit auswirken.

Service

Podcast abonnieren

Sendereihe