Lore Segal

HELMUT POKORNIG

Tonspuren

Lore Segal, die Minimalistin

Am 7. Oktober jährt sich der Todestag der Schriftstellerin Lore Segal zum zweiten Mal. Die jüdische Literatin starb mit 96 Jahren in ihrem New Yorker Exil.

Lore ist zehn Jahre alt, als sie 1938 mit dem Kindertransport aus ihrer Geburtsstadt Wien flüchtet. Sie wächst bei Gastfamilien in Großbritannien auf und beginnt zu schreiben. Zunächst noch auf Deutsch in ein kleines, lila Notizbüchlein. Diese Aufzeichnungen bilden die Grundlage für ihren ersten Roman Other People´s Houses, der im Jahr 2000 in deutscher Sprache erscheint. Nach einem kurzen Exil-Aufenthalt in der Dominikanischen Republik lebt Lore Segal seit den 1950er Jahren in New York City.

In Other People´s Houses (dt. Wo andere Leute wohnen) erzählt die Lore Segal über das Heranwachsen im Exil, über eine Kindheit ohne Eltern und über die Suche nach der eigenen Identität in einer Welt, in der nichts mehr vertraut ist. Ihre Texte werden in der Zeitschrift The New Yorker und in der New York Times veröffentlicht. Für die Verleihung des Theodor Kramer Preises für Schreiben im Widerstand und im Exil besucht sie 2018 Wien das letzte Mal.

Bis ins hohe Alter zählte Lore Segal das Schreiben zu ihrer täglichen Routine. Nach einer Tasse Kaffee schrieb sie jeden Tag von 8 bis 13 Uhr - "not necesseraly that anything useful happens" - wie sie schmunzelnd meinte. Ihr letzter Erzählband "Ladies Lunch" erschien 2023, als die Schriftstellerin 95 Jahre alt war. Lore Segal verstarb am 7. Oktober 2024 in Manhattan.

"Ich bin eine Minimalistin. Ich will die Wörter loswerden, die nichts bedeuten."
Ein Porträt der Schriftstellerin Lore Segal
Feature von Julia Polczer
ORF 2025

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  • Julia Polczer

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