"Cavalleria rusticana", 1890

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Volle Kehlen, große Leidenschaften

"Cavallerie rusticane" - nicht nur von Pietro Mascagni

Man kann es ja zumindest probieren! 1892, also zwei Jahre nach der den "Verismo" offiziell in die Opernwelt bringenden Uraufführung von Pietro Masagnis "Cavalleria rusticana" wollte auch die Berliner Kroll-Oper "ihre" "Cavalleria". So wurden Sopran und Tenor, die den Mascagni in Mailand aus der Taufe gehoben hatten, an die Spree engagiert und für sie, ganz nach Mascagni-Muster, "A Santa Lucia" maßgeschneidert, mit Musik des heute vergessenen Pierantonio Tasca.

Es kann nur einen Gewinner geben, in diesem Fall: beim Einakter-Wettbewerb des Musikverlags Sonzogno. Die meisten weiteren Teilnehmer neben dem mit "Cavalleria rusticana" erstgereihten Mascagni sind vergessen. Auch die Wettbewerbsarbeit "Marina" des 21jährigen Umberto Giordano landete in der Schublade. Erst heuer fand die Uraufführung statt, mit Eleonora Buratto und Freddie De Tommaso, und wir können nachprüfen, ob sich der spätere Könner Giordano ("Andrea Chenier", "Fedora") schon abzeichnet.

Zu verwandten Kuriosa aus späterer Zeit gehört die Neu-Vertonung des der Mascagni-Oper zugrundeliegenden Sujets von Giovanni Verga durch Domenico Monleone, der obendrein die Kühnheit besaß, sein Werk ebenfalls bei Sonzogno einzureichen. Ihn traf verlegerischer Bannfluch - Konkurrenz unerwünscht! Und Dirigent Arturo Toscanini ermunterte noch in den 1920er Jahren seinen Freund Pasquale di Cagno, eine Art "Cavalleria" in der die Kargheit und Ländlichkeit Siziliens spiegelnden Maremma spielen zu lassen, mit Benennung nach der Region: "Maremma".

Sendereihe

Gestaltung

  • Chris Tina Tengel