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Digital.Leben
Wetten auf Kalshi & Polymarket
Ein Milliardengeschäft zwischen Insiderhandel, Spielsucht und Trump
15. Oktober 2026, 17:55
Die US-amerikanischen Prognosemärkte Kalshi und Polymarket haben sich zu einem boomenden Milliarden-Geschäft entwickelt. Man kann dort auf den Sturz von Diktatoren genauso wetten wie auf Wahlergebnisse.
Die Idee dahinter geht auf experimentelle Wahlprognosen an der Universität Iowa im Jahr 1988 zurück. Durch die "Weisheit der Vielen" funktionieren diese Prognosemärkte oft präziser als traditionelle Wahlforschungsinstrumente, dennoch bergen sie erhebliche Risiken, wie Insiderhandel: Einige US-Soldaten nutzten ihr Insiderwissen über die Militäroperationen in Venezuela und dem Iran, um enorme Summen zu gewinnen. Eine weitere Gefahr ist Spielsucht durch niedrige Einstiegshürden, unzählige Wettoptionen und die Möglichkeit, selbst jede noch so absurde Wette zu eröffnen - wie die Rückkehr Jesus, den Beginn der nächsten Pandemie oder den Weltuntergang.
Mehrere EU-Länder wie Frankreich, Spanien, Italien und Tschechien haben den Zugang zu Kalshi und Polymarket bereits gesperrt, in Österreich sind sie jedoch weiter zugänglich und höchst beliebt. Laut Finanzprofessor Jürgen Huber von der Universität Innsbruck sind rund 873.000 Österreicher - also jeder Zehnte - auf Polymarket aktiv, obwohl es sich um eine rechtliche Grauzone handelt, denn es ist unklar, ob es sich um Glücksspiel, Wetten oder Finanzinstrumente handelt.
Kalshi und Polymarket prognostizieren für die anstehenden US-Midterms am 3. November 2026 einen demokratischen Sieg, bis dahin schützt US-Präsident Donald Trump - dessen Sohn als Investor in der Branche aktiv ist - die Plattformen vor strengerer Regulierung, berichtet Daniela Derntl.
