Exilarte, Exponat der Ausstellung oder Archivs

STEPHAN POLZER

Ausgewählt

20 Jahre Exilarte (7)

Stimmen gegen das Schweigen

Im Jahr 2026 feiert das Exilarte Zentrum der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien ein bedeutendes Doppeljubiläum: 20 Jahre exil.arte Verein und 10 Jahre Forschungszentrum. Was mit einem Gedenkkonzert für die Geigerin Alma Rosé seinen Anfang nahm, hat sich heute zu einer weltweit führenden Institution für die Bewahrung des "verlorenen" musikalischen Erbes entwickelt. Das Exilarte Zentrum beherbergt heute zahlreiche Nachlässe von unschätzbarem Wert. Aus diesem Anlass widmet sich "Ausgewählt" in einer aktuellen Sendereihe Musikschaffenden, die durch das NS-Regime verfolgt, vertrieben oder ermordet wurden. Wir beleuchten die bewegenden Biografien und das außergewöhnliche Schaffen von Künstlerinnen und Künstlern wie Hans Gal, Richard Fuchs, Julius Bürger, Erich Zeisl und anderen.

In dieser Sendung steht der Wiener Komponist Erich Zeisl im Mittelpunkt. 1938 aus Österreich vertrieben, fand er in Los Angeles eine neue Heimat. Im US-Exil erhielten die jüdischen Einflüsse in seinem Werk mehr Gewicht und verschmolzen mit seinen spätromantischen Wurzeln. Unter dem Eindruck der Nachricht vom Tod seines Vaters im Vernichtungslager Treblinka schuf er mit dem "Requiem Ebraico" ein tief berührendes Vokalwerk gegen das Vergessen. Die Sendung beleuchtet sein vielseitiges orchestrales und kammermusikalisches Schaffen.

Sendereihe

Gestaltung