Radiokolleg

Ungarn - Eine Spurensuche

Vom Auswandern

Als Mari Langs Mutter Ende der 1970er-Jahre einen Österreicher kennenlernt, liegen zwischen Budapest und Wien nicht nur 250 Kilometer, sondern zwei Welten. Sie geht aus Liebe und in einen Westen, der Freiheit, Wohlstand und ein anderes Leben verspricht. Dafür muss sie jedoch ihre ungarische Staatsbürgerschaft aufgeben. Auswandern bedeutet damals: sich entscheiden.
Fast fünfzig Jahre später sind die Grenzen offen. Ungarn gehört zur Europäischen Union, seine Bürgerinnen und Bürger können überall in der EU leben und arbeiten. Und doch haben gerade in den vergangenen Jahren viele das Land verlassen. Unter anderem, weil sie unter Viktor Orbán keine Zukunft mehr für sich sahen. 2023 erreichte die offiziell registrierte Auswanderung mit 33.700 einen Höchststand seit 2010.
Die Spurensuche führt zu Menschen, die gegangen sind: Zu Journalistinnen und Wissenschaftlern, für die der Spielraum im illiberalen Ungarn immer enger wurde und zu jenen, die nach dem politischen Umbruch 2026 darüber nachdenken, ob sie zurückkehren wollen. Der neue Premierminister Péter Magyar gibt Hoffnung. Aber reicht ein Regierungswechsel, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen? Und was müsste sich verändern, damit aus Auswandern wieder Einwandern wird?

Gestaltung: Mari Lang

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