Intermezzo - Künstlerinnen und Künstler im Gespräch

Architekten Tillner & Willinger: Stadt-Forschungen

Alfred Willinger und Silja Tillner über urbane Restflächen und die Aktivierung des öffentlichen Raums.

Es war in Wien ein großer Wurf, und es ist immer noch das Projekt, auf das Architektin Silja Tillner besonders stolz ist: den Urban-Loritz-Platz in Wien überspannte sie vor 25 Jahren mit einem weißen Membrandach und gab dem Platz damit nicht nur einen Witterungsschutz, sondern auch eine Umfassung, eine urbane Identität.

Nach ihrem Studium war Tillner mit einem Fulbright-Stipendium in Los Angeles und beschäftigte sich da mit urbanen Resträumen, also etwa mit ungenutzten Flächen unter Autobahnabfahrten. Zurück in Wien, gründete sie ein eigenes Büro, das sie mit dem Architekten Alfred Willinger gemeinsam führt - und das Thema der Umnutzung von übrig gebliebenen Verkehrsflächen zieht sich wie ein roter Faden durch das Werkverzeichnis von Tillner Willinger Architekten. In der Spittelau gelang ihnen die Reaktivierung der brachliegenden Stadtbahnbögen von Otto Wagner, indem sie ein Bauwerk auf die historische Substanz draufsetzten. Mit neuen Interventionen alte Gebäude zu schützen und ihnen eine Zukunft geben, das gelang ihnen auch mit der Umnutzung der denkmalgeschützten Tribünen der Trabrennbahn Krieau.

Im Intermezzo berichten Alfred Willinger und Silja Tillner über ihre Erfahrungen mit historischen Bestandsgebäuden, über ihr Verständnis vom öffentlichen Raum als "Wohnzimmer" der Stadt und über High-Tech-Stadtmöbel, die Schatten bieten, Sonnenenergie sammeln und Regenwasser ableiten.

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