Radiokolleg
Wien Modern - Zwischen Tradition und Gegenwart
Das Erbe
27. Oktober 2026, 09:45
1988 rufen Claudio Abbado und Lothar Knessl ein neues Festival ins Leben: "Wien Modern". Ziel ist es, einer von Traditionalismus geprägten Wiener-Musikszene neue, innovative Impulse zu verleihen und Neue Musik nachhaltig im Konzertleben zu etablieren. Heute versteht sich das Festival vielmehr als Seismograf aktueller künstlerischer Entwicklungen.
Das "Radiokolleg" begibt sich auf eine Spurensuche zwischen historischem Erbe und musikalischer Zukunft: vom Aufholen der Moderne über die Vermessung der Gegenwart hin zur offenen Frage danach, was morgen als relevant, neu oder modern erscheinen wird.
Am Anfang stand die Wiener Schule: Arnold Schönberg, Anton Webern und Alban Berg. Ihre Kompositionen und ästhetischen Ideen wurden zu wichtigen Impulsgebern für die Musik nach 1945. Das Vorhaben von "Wien Modern" war es, diese einem Komponist:innenzentrum nach 1945 gegenüberzustellen und Verknüpfungen und Entwicklungen aufzuzeigen.
In den ersten fünf Festivaljahren wurde der Titel "Modern" als Konzept verstanden und auf die ästhetischen Kompositionsströmungen der vergangenen 70 Jahre zurückgeblickt. "Wien Modern" wird so zu einem Ort, an dem musikalische Geschichte nachgeholt, neu gelesen und miteinander in Beziehung gesetzt wird.
