Ernst Molden

DANIELA MATEJSCHEK

Gedanken

Ernst Molden, Musiker

"Der Witz von Willi hat die Welt umarmt und niemanden ausgeschlossen." Der Musiker Ernst Molden erinnert sich an seinen Freund Willi Resetarits.

Am Allerheiligentag, einen Tag vor Allerseelen, dem Gedenktag für die Verstorbenen, erinnert sich Ernst Molden an Willi Resetarits. Als Ostbahn-Kurti wurde er zu einer prägenden Figur der österreichischen Musik. Für Molden war Resetarits Freund, musikalischer Weggefährte und ein Mensch, von dem er viel gelernt hat.

1987 besucht der damals 20-jährige Polizeireporter Molden einen Auftritt von Ostbahn-Kurti. Dort kommen die beiden erstmals ins Gespräch. In den 2000er-Jahren begegnen sie einander wieder: Resetarits lädt Molden mit dessen Album "Bubenlieder" in seine Radiosendung "Trost und Rat" ein, singt und spielt Mundharmonika.

Molden schreibt daraufhin das Lied "Hammerschmidgossn" für ihn. Es markiert den Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit mit Walther Soyka und Hannes Wirth. Ihre Lieder entstehen auf der Bühne: im Zuhören, im Reagieren und im gemeinsamen Spiel. Resetarits konnte, so Molden, in Songs "hineinkriechen wie in maßgeschneiderte Gewänder".

Molden beschreibt seinen Freund als jemanden, der nicht belehrte, sondern durch sein Handeln wirkte. Sein Humor ging nie auf Kosten anderer: "Der Witz von Willi hat die Welt umarmt und niemanden ausgeschlossen."

Prägend sei für Resetarits auch die Erfahrung gewesen, als Kind einer burgenlandkroatischen Familie in Wien nicht selbstverständlich dazuzugehören. Molden sagt: "Weil er damals mitspielen durfte, hat er seinen Lebtag lang alle mitspielen lassen."

Willi Resetarits starb am 24. April 2022. In seinen Liedern und in den Erinnerungen an die gemeinsame Zeit bleibt er für Ernst Molden lebendig: "Den Willi spüre ich dauernd."

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