Radiokolleg
Kinder brauchen Sport (1)
Was Kinder beim Sport lernen
2. November 2026, 09:05
Welchen Stellenwert hat sportliche Betätigung für Kinder und Jugendliche in Österreich? Kinder wollen sich bewegen, mehr als den Erwachsenen oft lieb ist. Doch Sport "nur" um des Sports Willen? Vielleicht für die besonders Talentierten. Die anderen sollen lieber an ihre berufliche Zukunft denken, ist ein weitverbreitetes Argument.
Kinder laufen durch die Gegend, klettern, wo sie vielleicht nicht klettern sollten, raufen miteinander. Irgendwann entwickelt sich aus dem kleinkindlichen Bewegungsdrang die Fähigkeit, Sport auszuüben; d.h. kontrollierte Bewegungsmuster auszuführen, ein dazugehöriges Regelwerk zu befolgen, Sportgeräte zu nutzen und sich in eine Gruppe einzufügen. Ob Mannschafts- oder Einzelsport, jede Sportart fördert unterschiedliche Fähigkeiten, die aus entwicklungspsychologischer Sicht auch als Lernfeld betrachtet werden können. Auch unterstützen die unterschiedlichen Bewegungsmuster die körperliche und kognitive Flexibilität, die für das Erwachsenenalter eine wertvolle Grundlage bilden kann.
Hinzukommen geschlechter- und kulturelle Stereotype, die man als Familie mitunter unterstützen oder lieber meiden möchte. Kampfsportarten sind gerade bei den Mädchen im Trend - und bieten neben körperlicher Fitness die Möglichkeit zur Selbstwahrnehmung und Selbstermächtigung.
Kinder und Jugendliche mit Behinderung stehen vor ganz anderen Herausforderungen. Oft haben Eltern und Betreuungspersonen Angst, dass "etwas passieren" könnte. Initiativen wie die Multisportwoche für Blinde- und Sehbehinderte bieten vielen Kinder und Familien einen ersten Einstieg in die Vielfalt der körperlichen Betätigungen - in einem geschützten Umfeld. Gerade für Kinder mit einer körperlichen Einschränkung ist Sport mindestens so wichtig wie für körperlich gesunde Kinder.
Gestaltung: Margit Atzler
