Ausgewählt
Vincenzo Bellini zum 225. Geburtstag
"Melodien, immer nur Melodien"
3. November 2026, 10:05
"Er wurde geboren, glänzte und starb." So resümierte der Musikforscher Johann Christian Lobe das nur 33-jährige Leben des am 3. November 1801 in Catania geborenen Vincenzo Bellini. Dessen größte Meisterwerke "La sonnambula", "I puritani" und "Norma" erfreuen sich einiger Bekanntheit (letztgenannte Oper erklingt auf Ö1 im Geburtstagsmonat in einer historischen Aufnahme von der Metropolitan Opera New York). Doch wie steht es um die anderen, innerhalb nur eines Jahrzehnts komponierten Werke?
Der Erstling des Konservatoriumsschülers, "Adelson e Salvini" (1825), öffnete ihm die Pforten des renommierten Teatro San Carlo di Napoli. "Bianca e Fernando" hatte dort im Mai 1826 einen so durchschlagenden Erfolg, dass Bellinis Name schlagartig berühmt wurde. Die Mailänder Scala war seine nächste Station: Gemeinsam mit seinem neuen Textdichter Felice Romani schrieb er "Il Pirata", der 1827 nicht nur Bellinis Durchbruch am wichtigsten italienischen Opernhaus, sondern auch die eigentliche Geburtsstunde des "melodramma", der romantischen italienischen Oper bedeutete. Es folgten die triumphale "Straniera" (1829 an der Scala) sowie die weniger glückliche "Zaira" (1829 in Parma), aus der er große Passagen verwendete, um den nächsten Auftrag in kürzester Zeit fertigzustellen: "I Capuleti e i Montecchi" am Teatro La Fenice Venedig (1830) wurde wieder ein uneingeschränkter Erfolg. Die Vertonung von Victor Hugos Skandaldrama "Hernani" wurde von der Zensur ausgebremst, stattdessen erarbeiteten Bellini und Romani "La sonnambula" und "Norma" (beide 1832 uraufgeführt). Mit der mäßig erfolgreichen "Beatrice di Tenda" beendete das Schöpferpaar seine Zusammenarbeit, Carlo Pepoli wurde zum Librettisten der "Puritani" gewählt. Nur acht Monate nach der Pariser Uraufführung, im September 1835, starb Vincenzo Bellini.
Auch in seinen weniger bekannten Werken beherzigte der Komponist den Ratschlag seines Professors Niccolo Zingarelli, dem Publikum "Melodien, immer nur Melodien" zu bieten, auf dass es sich, wie es der Bellini-Verehrer Richard Wagner formulierte, "so ganz rücksichtslos der Freude eines schönen Gesangs" hingeben könne. Einige seiner reizvollen Liedkompositionen runden die Erinnerungen an den "Schwan von Catania" ab.
Sendereihe
Gestaltung
- Christoph Wagner-Trenkwitz
