Afrikanisches Musikinstrument

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Punkt eins

Afrikas sprachliche Vielfalt

Identität, Sprachpolitik und Mehrsprachigkeit im Alltag. Gäste: Sandra Krampelhuber, Filmemacherin, Kuratorin "Cinéma Africain"; Melane Nkounkolo, Sängerin und Afrikawissenschaftlerin; Dr. Daniel Romuald Bitouh, Literatur- und Kulturwissenschaftler. Moderation: Marina Wetzlmaier. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at

Sprachen sind ihre Leidenschaft, sagt die Sängerin Melane Nkounkolo. Aufgewachsen ist sie in Nordrhein-Westfalen, aber sie betrachtet auch das Herkunftsland ihrer Eltern, die Republik Kongo, als ihre Heimat. Sie singt vorwiegend in der Nationalsprache Lingala, eine von etwa fünfzig Sprachen, die in der Republik Kongo vorkommen - in einem Land mit etwa 6,5 Millionen Einwohner:innen. Lingala wird ebenso in der Demokratischen Republik Kongo, aber auch in Teilen der Zentralafrikanischen Republik und Angolas gesprochen. Die Zahl der Sprecher:innen wird auf 70 Millionen geschätzt.

Afrika ist der Kontinent mit der größten linguistischen Vielfalt. Schätzungen reichen von 1.500 bis 3.000 Sprachen. Mit jeder seien verschiedene Konzepte und Vorstellungen verknüpft, sagt Melane Nkounkolo, die Afrikawissenschaften studiert hat. Gleichzeitig ist laut UNESCO jede zehnte afrikanische Sprache gefährdet. Sie werden nicht mehr an die nächsten Generationen weitergegeben und drohen zu verschwinden - mit ihnen auch Wissen und Traditionen. Die UNESCO hebt hervor, wie wichtig es sei, Muttersprachen stärker in die Schulbildung zu integrieren. Oft wird nach wie vor in den ehemaligen Kolonialsprachen, wie Französisch und Englisch, unterrichtet. Ebenso dominieren sie in der Politik, Verwaltung und in Medien.

Als großer Verfechter für den Erhalt von Muttersprachen, galt der kenianische Schriftsteller Ngugi wa Thiong'o, der ab den späten 19070ern ausschließlich auf Gikuyu publizierte. Afrikanische Sprachen zu fördern verstand er als Akt der Dekolonisierung und Ermächtigung.

Im Alltag sind die Menschen oft mehrsprachig. Eindrücke davon geben Filme, die von 4. bis 7. November im Rahmen des internationalen Filmfestivals Cinéma Africain in Linz präsentiert werden. Laut Kuratorin Sandra Krampelhuber sind im Programm 13 Sprachen vertreten.

Welche offiziellen Bestrebungen gibt es, die sprachliche Vielfalt in Afrika zu erhalten? Wo liegen die Herausforderungen? Wie werden Sprachen in der Diaspora weitergegeben? Welche Rolle spielen dabei Kultur, Musik, Film und Literatur?

Darüber spricht Marina Wetzlmaier mit der Filmemacherin Sandra Krampelhuber, der Sängerin Melane Nkounkolo und mit Daniel Romuald Bitouh, Obmann des Kulturvereins AFRIEUROTEXT, der eine Buchhandlung in Wien betreibt. Sprachliche Vielfalt werde auch dort "großgeschrieben", sagt er.

Reden Sie mit: Rufen Sie in der Sendung an unter 0800 22 69 79 oder schreiben Sie ein E-Mail an punkteins(at)orf.at.

Service

Cinéma Africain
Linz, 4.-7.November 2026

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