Brennendes Geld

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Punkt eins

Staaten in der Schuldenfalle

Warum sich auch die größten Staaten immer mehr Geld leihen. Gast: Philipp Heimberger, Senior Economist, Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw). Moderation: Philipp Blom. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at

Die Staatsverschuldung in Österreich wächst, wie auch in anderen europäischen Ländern, und auch global nehmen die Schulden immer weiter zu. Viele Staaten stehen vor immer höher werdenden Schuldenbergen, auch die USA und China. Das macht Länder immer stärker abhängig von globalen Finanzmärkten, denn der Schuldendienst ist längst zu einem entscheidenden Budgetposten geworden. Bei den Jugendprotesten in Frankreich etwa wurde bekannt, dass das Land mehr für seine Rückzahlungen ausgibt, als für Bildung oder Verteidigung. Wenn sich auf internationalen Märkten die Zinssätze der Staatsanleihen und die Risikobewertungen einzelner Länder ändern, kann das für das Budget eines Staates und damit für sein Sozialsystem und sein Funktionieren zur existenziellen Krise werden, wie in Griechenland nach der Finanzkrise 2008. Beobachter warnen jetzt, dass ein ähnliches Problem auch auf Länder wie Frankreich zukommen könnte, mit gravierenden Konsequenzen für die gesamte Eurozone.

Warum aber sind Staaten in jüngster Zeit immer höher verschuldet, was bedeutet das und was sind die Perspektiven für den Schuldenabbau? Philipp Heimberger ist Senior Economist am Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche. Er spricht mit Philipp Blom über das Funktionieren von staatlichen Schulden, warum sie nicht immer eine Tragödie sind und warum der legendäre Ökonom John Maynard Keynes sogar ein Fan davon war. Die Covid-Krise war ein Wendepunkt, führt Heimberger aus und erklärt, wie Demografie, Weltmärkte, Wohlfahrtsstaaten und Finanzspekulation ineinandergreifen und manche Staaten, besonders in ärmeren Ländern, vor eine existenzielle Herausforderung stellen.

Welche Möglichkeiten gibt es für Staaten, aus der Schuldenspirale herauszukommen, oder sind Schulden für Staaten eigentlich kein Problem, weil Staaten und Nationalbanken nicht bankrott gehen können? Und wird die Finanzierung von Wohlfahrtsstaaten heute nicht zur untragbaren Hypothek für folgende Generationen?

Sprechen Sie mit uns über Staatsverschuldung, ihre Vorteile und Nachteile: Rufen Sie in der Sendung an unter 0800 22 69 79 oder schreiben Sie ein E-Mail an punkteins(at)orf.at.

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