Im Fokus - Religion und Ethik

Der lange Weg zur "Ehre der Altäre"

Mit diesem Thema im Fokus: Wie katholische Heilige gemacht werden

Letztlich sind unter Umständen sogar zwei "Wunder" erforderlich: Die römisch-katholische Kirche achtet sehr genau darauf, wer offiziell als "selig" oder "heilig" verehrt werden darf. Jeder Selig- oder Heiligsprechung geht daher ein langwieriger, im Kirchenrecht penibel geregelter Prozess voraus, der Jahrzehnte, manchmal sogar Jahrhunderte dauern kann. Erst nach der offiziellen Selig- oder Heiligsprechung bekommt er oder sie einen eigenen Festtag, erst dann darf ihm oder ihr eine Kirche geweiht werden - und erst dann darf sein oder ihr Bildnis über einem Altar angebracht werden. Davon ist auch die Wendung abgeleitet, dass durch die Selig- oder Heiligsprechung ein Mensch zur "Ehre der Altäre" erhoben wird.

Die ersten Heiligen waren die Märtyrerinnen und Märtyrer der frühen Kirchen - also Menschen, die für ihren Glauben blutig verfolgt oder sogar getötet worden sind. In diesen Fällen ist bis heute kein "Wunder", keine medizinisch nicht erklärbare Heilung, für die Selig- oder Heiligsprechung erforderlich. Allerdings ist auch der Nachweis des Martyriums oft schwierig. Später wurden auch andere vorbildliche Persönlichkeiten verehrt. Eine regulierte Überprüfung ihrer Heiligkeit beginnt sich erst im zweiten Jahrtausend zu entwickeln. Bis dahin war "heilig", wer vom glaubenden Volk als "heilig" verehrt worden ist. Viele große Heilige - wie zum Beispiel Nikolaus und Barbara - sind also nie heiliggesprochen worden. - Gestaltung: Markus Veinfurter

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